Nachbericht Rhein-Main-Cup 2016

Es war ein sehr regnerischer Oktoberanfang in Wiesbaden. Das hat die Teilnehmer des nun schon 15ten Rhein-Main-Cups aber nicht sonderlich interessiert, denn nass musste man so oder so werden.
Wie im Vorbericht schon angedeutet haben einige Neulinge mitgemacht, von denen nicht wenige mit guten Leistungen glänzten.

Statik Männer

Aber der Reihe nach. Zunächst ging es mit Statik (STA) los. Hier wurden gleich am Anfang die beiden besten Zeiten im Luftanhalten hingelegt. Der Slowake Peter Durdik, der bei Freedive Munich zusammen mit Robert Woltmann trainiert, setzte sich hier zunächst auf Platz 1 ab mit einer Zeit von 7:33, gefolgt von Willi Hoffmann mit 7:20 auf Platz 2. Dies war zu erwarten, da die beiden im Training schon um 8:00 schafften und auch in Wettkämpfen regelmäßig über 7 Minuten bringen.
Obwohl Sven Abels kürzlich schon 6 Minuten im Training schaffte, ging sein Versuch am Wochenende nach 6:04 mit einem Black-Out zu Ende, was sehr schade ist, weil es gegenüber seiner Leistung in Burgebrach im Frühling eine Steigerung um fast 1 Minute gewesen wäre.
Die drittbeste Leistung brachte der Belgier Jean Ploumhans mit 7:01. Robert Woltmann wäre mit 6:43 vierter in Statik und kam sehr sauber hoch, vermasselte dann aber doch irgendwie auf unerklärliche Weise das Oberflächenprotokoll, er sagte nämlich erst „I’m Ok“ und gab dann das OK-Zeichen. Da er zuvor schon seine Nasenklammer abgenommen hatte, war der Fehler nicht mehr zu korrigieren und resultierte in einer roten Karte.
Der niederländische Rekordhalter im Streckentauchen mit Flosse Erik de Jong kam nach 6:41 hoch.
Jens Stoetzner, der die Woche zuvor noch bei der WM in Kalamata angetreten war, brachte eine Leistung von 6:32.
Eine große Überraschung war die Leistung des Newcomers Patrick Eickhoff. Er wurde zunächst von seinem Coach Werner Giove hin und hergeschaukelt, als wolle er ihn in den Schlaf wiegen und wurde später von diesem leicht massiert. Der Aufwand lohnte sich, denn Patrick kam erst nach 5:27 hoch und sah aus als hätte er noch mindestens eine weitere Minute drauflegen können.
Der Newcomer Konstantinos Paltsanitidis brachte auf seinem ersten Wettkampf eine gute Leistung von 5:14, obwohl er eigener Aussage nach nur selten Statik trainiert.
Der 61 Jahre junge „Newcomer“ Helmut Krupp brachte auf seinem ersten Wettkampf 5:11 zustande. Ebenfalls Newcomer Carlo Weller und Dominik Wienand schafften 5:02 und 4:22.

Statik Frauen

Dagmar Andres-Brümmer überlegte zunächst, ob sie überhaupt für Statik antritt, weil sie früh morgens mit einer Erkältung kämpfte, schaffte dann aber doch mit 5:35 eine Sekunde mehr als noch die Woche zuvor bei der Team-WM in Kalamata.
Dies reichte aber noch nicht, um sich besonders weit abzusetzen, denn später brachte die Newcomerin Ute Weinrich mit 5:03 eine ebenfalls sehr beachtenswerte Leistung. Genau dieselbe Zeit schaffte auch die schon erfahrene Niederländerin Jamy Kooij-Schumacher.
Anke Immelmann und Ursula Weigert lagen mit 4:46 und 4:43 ebenfalls recht nah beieinander. Susanna Dietz brachte mit 3:10 eine ähnliche Leistung, wie schon die Jahre zuvor, gefolgt von der Newcomerin Eva Bettina Bosten, die mit 2:54 in ihren ersten Wettkampf startete.

Dynamik Männer

Kommen wir nun zu Dynamik. Der Wettkampf hatte nur eine Gesamtwertung. Die Punkte aus den beiden Disziplinen wurden also später zusammenaddiert und ergaben somit die Rangfolge. Wer also bei Statik schon Rot sah, konnte die Vorderen nicht mehr einholen. Umso mehr Anerkennung verdient man, wenn man trotzdem startet. Sven Abels z.B. durfte nach seinem Black-Out in Statik aber leider nicht mehr starten.

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Mitte: Erik de Jong (1. Platz), links: Willi Hoffmann (2. Platz), rechts: Peter Durdik (3. Platz). Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Kiehl (http://www.uk-germany.de)

Bei den Herren waren zunächst Willi Hoffmann und Volkmar Körner an der Reihe. Volkmar tauchte 108 m mit Flossen. Willi blieb etwas hinter seiner Leistung in Turku zurück und schaffte 143 m ohne Flossen. Er legte damit aber die Latte auf 159,5 Punkte, was nun zu überbieten war. Dies schaffte später der Niederländer Erik de Jong, der recht spät startete und somit wusste, was er zu überbieten hatte. Er brauchte nur noch 163 m mit Flosse zu tauchen (Youtubevideo), was für den niederländischen Rekordhalter (208 m) nach einer leichten Übung aussah. Der beste Statiker dieses Wettkampfs, Peter Durdik, tauchte zwar nur 130 m mit Flossen, konnte sich aber dank seiner hohen Zeit noch Rang 3 erstreiten.
Jens Stoetzner tauchte an diesem Tag die längste Strecke ohne Flossen, ihm fehlten zum Schluss aber die Punkte in der Statik und so wurde er 4ter hinter Peter Durdik.
Überhaupt waren in den Top 10 ganze 5 Athleten, die ohne Flossen starteten. Darunter z.B. der Belgier Cedric Bourgaux, der 125 m tauchte (Youtube), aber unzufrieden war, weil er hinter seiner persönlichen Bestleistung und auch hinter seinem belgischen Rekord von 2010 (133 m) geblieben ist. Der jetzige belgische Rekordhalter in DNF (139 m) Jean Ploumhans bekam bei 134 m leider einen Black-Out.

robert_dyn_spRobert Woltmann tauchte nach seiner roten Karte in Statik übrigens noch 175 m mit Monoflosse und kam sehr sauber hoch (Youtube). Wir dürfen also gespannt sein, was er da für die deutsche Meisterschaft im November vor uns verbirgt.

Nun kommen wir aber zum Newcomer Konstantinos Paltsanitidis. Dieser startete ja zunächst mit einer Statik von 5:14, überraschte dann aber mit einem sehr guten flossenlosen Tauchgang von 135 m (Youtube). Dies war der drittbeste DNF-Tauchgang. Eine tolle Leistung für einen ersten Wettkampf!

Weitere Newcomer waren Helmut Krupp mit 113 m DYN (8ter Platz in der Gesamtwertung). Patrick Eickhoff (Youtube) tauchte sehr vorsichtige 83 m DYN und wurde somit 11ter. Gleich danach auf dem 12ten folgte Carlo Weller mit 78 m DYN (Youtube). Dominik Wienand tauchte zwar auch gute 70 m DYN (Youtube), sein Announcement war aber 100 m. Er bekam 15 Strafpunkte und landete somit leider nur noch auf Platz 17 hinter Thomas Ehresmann, der von den 15 Rhein Main Cups nur 3 verpasste und nach einer Statik von 4:05 noch 59 m mit Flossen tauchte (Youtube). Darüber war er nicht ganz glücklich und ärgerte sich, dass er einfach zu wenig Zeit zum Trainieren findet.

Dynamik Frauen

Genug von den Männern. Kommen wir nun zu den Frauen. Hier tauchte, wie zu erwarten war, Dagmar Andres-Brümmer allen davon. Nach der schon zuvor recht hohen Leistung von 5:35, legte sie mit einer Monoflosse eine Strecke von 175 m zurück (Youtube) und überbot ihre WM-Leistung um 4 Meter. Dabei beeindruckte sie die Zuschauer auch noch mit ihrer schönen Wende. Hier ist sie also noch einmal für die Lehrbücher:

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Ursula Weigert freut sich riesig über die offiziell gültigen 100 m DYN.

Damit war Dagmar für die anderen Frauen praktisch uneinholbar. Nichtsdestotrotz brachten auch diese beachtliche Leistungen.
Ursula Weigert freute sich riesig darüber, dass sie endlich ihre 100 m DYN offiziell bestätigt bekommen hat (Youtube) und durfte sich noch mehr über den somit erkämpften 2ten Platz freuen.
Anke Immelmann hingegen ärgerte sich darüber, dass ihre Beine nach 86 m DYN einfach den Geist aufgaben und sie dazu zwangen aufzutauchen (Youtube). Sie wurde dritte in der Gesamtwertung.

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Von links nach rechts: Dagmar Andres-Brümmer (1. Platz), Ursula Weigert (2. Platz) und Anke Immelmann (3. Platz). Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Kiehl (http://www.uk-germany.de)

Ute Weinrich schaffte nach ihrer tollen Statikleistung von 5:03 noch 60 m mit Flossen (Youtube) und schloss ihren ersten Wettkampf auf dem 4ten Platz ab.
Die Niederländerin Jamy Kooij-Schumacher brach ihr Versprechen vom letzten Jahr, nicht schon wieder einen Black-Out zu kriegen, wurde aber doch noch 5te dank ihrer guten Statik von 5:03.
Eva Bettina-Bosten schloss ihren ersten Wettkampf mit 2:54 und 49 m mit Flossen als 6te ab gefolgt von Susanna Dietz, die nicht mehr bei Dynamik antrat und somit letzte wurde.

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