Uelzener Stadtmeisterschaft im Apnoetauchen

Letzten Samstag fand zum ersten Mal ein Apnoewettkampf in Uelzen statt. Dies ist zwar ein kleines Städtchen in der nähe von Lüneburg, was selbst eine kleine Stadt in der Nähe von Hamburg ist, nichtsdestotrotz lohnt es sich nachzugucken, wo sie sich befindet, denn deren Schwimmbad wurde bei der Jahreshauptversammlung ganz kurz als ein Kandidat für den Austragungsort einer deutschen Meisterschaft in den nächsten Jahren angesprochen.

Dafür hätte das Bad ein 50 m-Becken zu bieten, welches durch eine Trennwand auf die Hälfte gestutzt werden kann. Für Statik bietet sich das Nichtschwimmerbecken an. Das Freibad im Außenbereich bietet ebenfalls ein 50 m-Becken und natürlich frische Luft.

Ob daraus etwas wird, steht noch in den Sternen. Es wäre aber sehr schön, wenn sich in Norddeutschland ein weiterer Wettkampf etabliert!

Der Wettkampf fand zunächst inoffiziell, also nicht unter der Schirmherrschaft von AIDA-Deutschland statt und wurde von der Tauchschule Uelzen organisiert. Er diente den Veranstaltern erst einmal dazu Erfahrungen zu sammeln. Trotzdem hat man für diesen ersten Versuch 17 Athleten, davon 5 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren, begeistern können. Mit Willi Hoffmann und Hans-Jürgen Lenzen waren nur zwei Routiniers dabei. Somit war es nicht nur für die Veranstalter, sondern auch für fast alle angetretenen Athleten der allererste Apnoewettkampf. Und diese haben sich ebenfalls viel an diesem einen Tag vorgenommen.

Drei Disziplinen an einem Tag

Gestartet wurde nämlich in allen drei Pooldisziplinen. Also Streckentauchen mit und ohne Flossen (DYN/DNF) und zum Schluss in Statik (STA). Das Reglement wurde von AIDA übernommen, aber leicht abgewandelt. Um die Sporttaucher nicht zu sehr zu frustrieren, wurde deren Punktzahl mit einem Faktor multipliziert. Andererseits wurden aber die beiden Frauen mit den Männern in dieselbe Rangliste aufgenommen.

Und die konnten einige Männer in Verlegenheit bringen. Zwar teilten Willi und Hans-Jürgen die ersten beiden Plätze erwartungsgemäß unter sich auf, doch schon auf den dritten Platz kam Bianca Andersen, die mit 76 m DYN und 43 m DNF die jeweils drittlängsten Strecken tauchte und mit 3:35 in STA auch die drittlängste Zeit unter Wasser blieb. Da konnte auch kein Faktor mehr helfen. Sylvia Hentschel tauchte mit 69 m DYN die viertlängste Strecke mit Flosse und tauchte in DNF bei 35 m mit den Männern ungefähr gleich auf. Für Statik blieben auch noch gute 3:00 übrig.

Bei den Männern trauten sich einige noch nicht über die Wende bei 50 m hinaus. Bei vielen war noch nicht die Ruhe für längere Tauchgänge vorhanden. Man tauchte viel zu schnell, so dass ein Tauchgang sogar mit Black-Out endete, da der Sauerstoff dann einfach früher als erwartet zu neige ging. In diesem Fall wurde für die nächsten beiden Disziplinen mit Disqualifikation bestraft.

Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Kids

Für die Kinder gab es eine eigene Rangliste. Hier fand zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Luka Harms (13) und Colin Fietkau (12) statt. Beide tauchten zunächst 50 m DYN, dann verschaffte sich Luka einen kleinen Vorsprung, indem er ohne Flossen mit 32 m fünf Meter weiter tauchte als Colin. Diesen Vorsprung konnte Luka halten, indem er die gleiche Zeit wie Colin (1:17) die Luft anhielt. Doch dann kam die Überraschung: Luis Elia Wenzel tauchte zwar erst 32 m mit Flossen, dann aber ohne Flossen einen Meter weiter und hielt dann auch noch für 1:47 die Luft an und konnte auf diese Weise die gleiche Punktzahl wie Colin erreichen. Somit gab es zwei mal Silber bei den Kindern. Der jüngste Teilnehmer Lenard Fietkau rückte dann die Welt wieder gerade, indem er mit Flossen fast doppelt so weit (21 m) wie ohne Flossen tauchte (11 m). Kilian Schenkel z.B. wurde aber, wie viele andere bei DNF, doch noch vom Ehrgeiz gepackt und erreichte ohne Flossen mit 15 m fast die gleiche Strecke wie mit Flossen (18 m).

Alle Ergebnisse gibt es hier (Link).

Bei den Kindern könnte man, wie auch bei den Erwachsenen, noch vieles an der Technik verbessern. Bei einigen war aber schlicht und einfach die Badeshorts im Weg. Deswegen verbleiben wir dieses mal mit einer Empfehlung von der letztjährigen Weltmeisterschaft in Finnland:

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