4. Burgebracher Kelch verdoppelt fast die Teilnehmerzahl der Vorjahre

Beitragsbild: Romina Wagner (http://www.firstchoice-rs.de/)

Videos einiger Tauchgänge werden bald auf unseren YouTube-Kanal hochgeladen!

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Auf der Webseite des Veranstalters wurde, wie auch jedes Jahr zuvor, noch gewarnt, dass der Wettkampf bei geringer Teilnehmerzahl auch später als um 12:00 anfangen könnte. Bei der großen Anzahl an Anmeldungen seitens der Athleten musste aber der Start sogar kurzfristig auf 10:30 vorverlegt werden. Hier schienen selbst die Veranstalter recht überrascht von dem großen Andrang.

Ute Gessmann leitete als Main-Judge die Jury. (Foto: Romina Wagner http://www.firstchoice-rs.de/)

Denn sonst lag die Teilnehmerzahl in den 3 Jahren zuvor noch zwischen 17 und 19 Athleten. Nun wollten aber gleich 33 Athleten starten, von denen es 31 geschafft haben den kleinen beschaulichen Ort Burgebrach in der Nähe von Bamberg auch zu finden.

Wir freuen uns ganz besonders, dass Ute Gessmann nach einer längeren Auszeit wieder als Wettkampfrichter dabei war und bei einem nebenbei laufenden Kurs weitere Judges ausbildete.

Starke Neulinge bei den Frauen

Leider kam der Teilnehmerzuwachs nur bei den Männern. Bei den Frauen blieb die Zahl der Teilnehmerinnen bei 7 (wie schon 2014). Diese hatten aber einiges zu bieten. Leider war aber auch etwas Pech dabei.

Nach der Besprechung musste man sich beeilen (Foto: Romina Wagner http://www.firstchoice-rs.de/)

So z.B. bei Heike Schwerdtner. Sie startete zum aller ersten Mal bei einem Apnoewettkampf und legte zunächst mit 5:46 eine Weltklassenleistung in Statik hin, für die sie aber eine rote Karte bekam, weil sie beim Oberflächenprotokoll von ihrem Coach berührt wurde. Zur Erinnerung: der deutsche Rekord in Statik liegt bei den Frauen nur noch 26 Sekunden entfernt bei 6:12. Bei Weltmeisterschaften bedeutet eine Zeit von 5:46 ein sicheres B-Finale. Danach tauchte sie noch 125 m mit einer Monoflosse. Dies reichte aber insgesamt nur für den letzten Platz, da die anderen Frauen (und auch ihre Coaches) keine Fehler machten.

Mit dabei war wieder Svenja Hirschhausen, die schon dieses Jahr bei ihrem ersten Wettkampf in Innsbruck angetreten war. Diesmal verbesserte sie ihre Statikleistung um 22 s auf 3:46 und tauchte mit Flossen 60 m und kam vor Heike auf den 6ten Platz.

Eva Fröstl ist eine erfahrene österreichische Wettkämpferin, die wir schon öfters gesehen haben. Sie konnte nicht ganz an ihre alten Leistungen anknüpfen und kam mit 4:01 und 70 m auf Platz 5.

Eine weitere Newcomerin, Eva Mallard, hielt mit 3:44 ähnlich lange wie Svenja die Luft an, tauchte aber mit 100 m viel weiter und sicherte sich somit den 4ten Platz.

Anke Immelmann wird so langsam auch zu einer regelmäßigen Wettkampfbesucherin. Sie blieb mit 90 m DYN nur 2 m unter ihrer Bestleistung und schaffte es 4:11 ohne Atem auszuhalten. Sie sicherte sich damit Rang 3.

Sehr erfreut waren wir Elisabeth Hummel wiederzusehen. Sie hat sich auf das Tauchen im See spezialisiert (deutscher Rekord FIM 55 m) und so sieht man sie nicht oft auf Pool-Wettkämpfen. Nach langer Trainingspause schaffte es die routinierte Wettkämpferin trotzdem noch für 4:42 ohne Atmen auszukommen und tauchte 79 m mit Monoflosse (hier gelobte sie Besserung). Dafür gab es Rang 2.

Gewinnerin Sandra Kunkel

Nun kommt ein sehr verdienter erster Platz von einer weiteren Newcomerin. Sandra Kunkel brachte zunächst in Statik sehr verhaltene 3:48 zustande. Sehr verhalten sagen wir, weil dies verhältnismäßig wenig ist zu ihrer Leistung von ganzen 103 m ohne Flossen. Der deutsche Rekord wäre damit nur noch eine knappe Bahn entfernt. Und auch auf Weltmeisterschaften braucht man sich damit nicht zu verstecken!

Die Männer trauen sich eher

Man könnte fast meinen, dass die Frauen sich erst mit Weltklassenleistungen auf Wettkämpfe trauen. Wir können aber nur immer wieder darauf hinweisen, dass man am besten so früh es geht einen Wettkampf besuchen sollte, da man so Erfahrung sammelt und später umso routinierter ist, wenn die Zeiten und Strecken wirklich wichtig werden.

So macht es z.B. der 11-jährige Jonathan Worbach vor. Er verbesserte seine Strecke von 55 m im Vorjahr auf nun 62 m und startete dieses mal auch bei Statik, wo er 1:58 schaffte. In die Rangliste darf er aber noch nicht, da AIDA erst Athleten ab 16 Jahren mit Einverständnis der Eltern teilnehmen lässt.

Viele Newcomer

Einer der vielen Newcomer bei den Männern war z.B. Thomas Niedermaier. Er begeistert sich neben dem Freitauchen für sehr viele Sportarten und fand endlich Zeit für einen Apnoewettkampf. Man sah ihm an, dass er ein durchtrainierter Athlet ist, jedoch musste er sich eingestehen, dass man auch beim Freitauchen viel trainieren muss, um oben mithalten zu können. Bei Statik sind es bei ihm 4:08 geworden, danach tauchte er mit Stereoflossen, mit denen er einen recht hastigen Monoflossenschlag schwamm und erreichte 84 m.

Ebenfalls Newcomer Bernd Dammann tauchte sehr sichere 54 m mit Flossen. Von seiner Weise aufzutauchen, nämlich weiter weg vom Rand und dann zum Rand schwimmen, raten wir aber dringend ab. Denn taucht man an die eigene Grenze, kann es sein, dass man beim Auftauchen doch noch ein zweites mal mit den Atemwegen unter Wasser kommt und damit eine rote Karte kassiert.

Dominik Wienand, ein weiterer Newcomer, tauchte zunächst 75 m mit Monoflosse und einem sehr ruhigen Stil, bekam aber nach seinem sauberen Protokoll eine Gelbe Karte und 5 Punkte abgezogen, da er beim Start nicht den Rand berührte. Denn nach AIDA-Reglement muss der Athlet beim Abtauchen den Rand mit einem seiner Körpterteile berühren. Die Monoflosse zählt aber nicht dazu. Am sichersten ist es, mit einer Hand beim eintauchen der Atemwege die Wand hinter sich zu berühren. Sind die Atemwege erst einmal unter Wasser, kann man loslassen und sich von der Wand wegbewegen.

Foto: Romina Wagner http://www.firstchoice-rs.de/

Kai Kipfmüller sahen wir dieses Jahr in Innsbruck, wo er noch 80 m ohne Flossen tauchte. Dieses Mal brach er seinen flossenlosen Tauchgang schon nach 50 m ab, da er den Boden berührte, der zu Ende der Bahn eine Schräge nach oben hatte und damit seine Gleitphase komplett stoppte. Denn dieses Jahr wurde der Hubboden nicht runtergefahren, damit die Athleten leichter Starten konnten. Dies brachte Kai aber so sehr aus dem Konzept, dass er nicht weitertauchen wollte. Hier können wir nur empfehlen, so etwas einfach hinzunehmen. Es gibt Athleten, die weitertauchen, auch wenn sie mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, weil sie sich beim tauchen so sehr vergessen. Man kann nicht jedes Mal den perfekten Tauchgang erwarten. Andererseits sollte es sich der Veranstalter überlegen, ob nicht Kisten für die Athleten zum draufstellen doch besser wären. Dies wird z.B. in Innsbruck so gemacht. Die Kisten werden nach dem Start von Helfern zur Seite geräumt, damit man auf dem Rückweg nicht gegen sie stößt. Der Boden könnte runtergefahren werden, so dass man durchgehend eine konstante Tiefe hat.

Die üblichen Verdächtigen auf dem Treppchen

Die ersten drei Plätze haben wieder die Routiniers untereinander Aufgeteilt. Robert Woltmann schaffte in Statik 5:31 und tauchte dann noch 135 m ohne Flossen. Er experimentierte mit mehr Beinschlägen und einer anderen Tarierung, blieb damit aber hinter seiner Leistung von 174 m von Innsbruck weit zurück und kam so auf Platz 3. Der Schweizer Martin Tobler tauchte 138 m mit Flossen, hielt mit 5:37 auch etwas Länger die Luft an als Robert und kam so auf Platz 2. Willi Hoffmann schaffte wieder 125 m ohne Flossen, einige Meter weniger als Robert und Martin. Wurde aber in der Gesamtwertung wieder von seiner Statikleistung von 7:07 gerettet und kam somit auf Platz 1.

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