Weitere 4 weiße Karten, Nationalrekord und eine Medaille für das deutsche Team in Roatan

Ergebnisse CNF-Damen
Ergebnisse CNF-Herren

Endlich haben sie es hinter sich gebracht! Nachdem am Freitag die Damen schon ihre letzte Disziplin bei der Tiefen-WM getaucht sind, waren gestern dann auch die Herren zum Tieftauchen ohne Flossen angetreten.

Es heißt, es sei technisch die anspruchsvollste aller Tiefendisziplinen und vielleicht haben auch deswegen mehr Athleten darauf verzichtet, diese zu tauchen. Ein anderer Grund könnte aber auch sein, dass es nun die dritte getauchte Tiefendisziplin innerhalb einer Woche war. Eventuell hat sich so mancher vorher verletzt und wollte lieber auskurieren, anstatt die eigene Gesundheit zu gefährden.

Drei weiße Karten, ein neuer Nationalrekord und eine Medaille für das deutsche Damenteam

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Am Freitag tauchte aus der deutschen Mannschaft als erste Grit Bünker-Wohlfarth mit einer angesagten Leistung von 41 m. Damit holte sie sich ihre letzte weiße Karte bei dieser WM zuverlässig ab und absolvierte den gesamten Wettkampf ohne einen einzigen Fehler. Sie wurde zusammen mit der US-Amerikanerin Annabel Edwards 15te und landete damit wieder im Mittelfeld. Wobei man beim Blick auf die Ergebnisliste bedenken sollte, dass einige Frauen bei CNF nicht mehr angetreten waren. Außerdem lagen die Plätze 15 bis 11 innerhalb von 4 Metern recht dicht beieinander. Somit kann Gritti sehr stolz auf ihre Leistungen bei ihrer ersten WM und ihrem dritten Wettkampf sein. Auch wird es für andere Frauen nicht einfach sein, ihr den dritten Platz in der nationalen Rangliste streitig zu machen.

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Auch Anna von Boetticher konnte am Freitag ihre dritte Tiefenmarke fehlerfrei den Judges übergeben und bekam dafür ihre wohlverdiente weiße Karte. Sie hatte sich mit 53 m die Marke nur 2 Meter höher gelegt als ihre persönliche Bestleistung und ihren ehemaligen Nationalrekord von 55 m. Dies stellte für die erfahrene Wettkämpferin kein Problem dar, was man an dem sauberen Oberflächenprotokoll sehen konnte. Sie teilt sich in den Top 10 zusammen mit der Britin Helena Bourdillon, die ebenfalls 53 m tauchte, den 8ten Platz. Dies war, soweit man das den Ranglisten von AIDA-International entnehmen kann, nun schon die 8te Weltmeisterschaft, auf der Anna für Deutschland angetreten ist. Ihr erster Wettkampf war demnach vor etwas mehr als 10 Jahren. Damals tauchte sie noch 28 m CNF und 43 m CWT.

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Jennifer Wendland peilte wieder die tiefste Leistung aus dem deutschen Team an. Ein weiterer Nationalrekord sollte es sein. 57 m ohne Flossen ging es hinab, was zunächst nicht so schwer ist, wie das anschließende Schwimmen in die entgegengesetzte Richtung, nach Oben. Wobei man, wie die ersten beiden Wörter der Disziplin (Constant Weight) verraten, alles Gewicht, was man mit nach Unten gebracht hat, auch wieder zurückbringen muss. Auch das schaffte Jennifer aber ohne Probleme, während die Kommentatoren noch, Dank der Unterwasserdrohne, Details in ihrem Schwimmstil analysierten. Endlich angekommen, legte sie ein sauberes Protokoll ab, wobei man kurz erschrecken musste, da sie zunächst mit dem Rücken zur Jury aufgetaucht war und angefangen hatte ihr Gesicht freizumachen. Wenige Tage zuvor noch bekam der Russe Alexey Molchanov für sein Protokoll die rote Karte, da er sein Protokoll mit dem Rücken zur Jury machte. Jennifer merkte aber schnell, was los war, drehte sich um und vollendete das Oberflächenprotokoll fehlerfrei.

Für diese Leistung kam Jennifer auf den dritten Platz und bekam somit die Bronzemedaille in der Disziplin Tieftauchen ohne Flossen. Dies war die wohlverdiente Belohnung für all die harte Arbeit dieses Jahr, die sie in die Vorbereitung für diese Weltmeisterschaft gesteckt hat.

Bis zum zweiten Platz waren es übrigens noch 2 Meter. Diesen erkämpfte sich die Kolumbianerin Sofia Gomez Uribe mit 59 m. Die Goldmedaille bekam die Weltrekordhalterin Sayuri Kinoshita. Sie setzte, wie viele andere, auf Sicherheit und legte sich ihre Marke 2 m höher als ihren Weltrekord von 72 m. Ihre stärkste Konkurrentin, Alessia Zecchini, wurde für einen unerlaubten Zug am Führungsseil disqualifiziert, wobei hier nur ein Paar Finger Breite den Ausschlag gegeben haben.

Einmal Weiß und Gelb für das deutsche Herrenteam

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Beim CNF der Herren am gestrigen Samstag tauchte aus dem deutschen Team zunächst Timothy Oehmigen. Nach dem Probelauf am Mittwoch, wo er zu CWT ohne Flossen angetreten ist, entschied er sich die Marke für den eigentlichen CNF-Wettkampf nur 3 m höher von seiner persönlichen Bestleistung und seinem alten Nationalrekord zu legen. 64 m sollten es also sein. Vom Druckausgleich ist es kein Problem, da Tim im Training auch schon 100 m Tiefe schafft. Letzten Sonntag scheiterte er nach seinem 100 m FIM-Tauchgang erst an der Oberfläche wegen Black-Outs. Somit war die Frage nur, ob denn die Luft bis zum Schluss ausreicht. Oben angekommen, gab Tim aber ein absolut sauberes Oberflächenprotokoll und bekam Weiß. Er erarbeitete sich damit einen Platz in den Top 10 und wurde 6ter.

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Jens Stoetzner nahm sich nach seinen beiden weißen Karten in FIM und CWT dieses mal ein ambitionierteres Ziel vor. Er versuchte sich den Nationalrekord in CNF zurückzuholen. Diesen Rekord schnappte sich zunächst Tim Oehmigen vor wenigen Monaten und setzte ihn in 67 m Tiefe. Wenige Wochen zuvor vertiefte aber wiederum Stefan Randig den Rekord um weitere 3 auf nun 70 m. Somit versuchte Jens 5 m tiefer als seine bisherige Wettkampfbestleistung von 66 m zu tauchen.

Dies gelang leider nicht. Er drehte schon bei 54 m. Da die Differenz zwischen angesagter und erreichter Tiefe, von der erreichten Tiefe abgezogen wird und danach noch ein Punkt für die Tiefenmarke fehlt, wurden es nur noch 36 Punkte für diesen Tauchgang. Damit erreichte er aber immer noch Platz 11.

Wieder zwei Goldmedaillen bei den Männern

Der erste Platz wurde bei den Männern wieder doppelt besetzt. Der neuseeländische Weltrekordhalter in CNF, William Trubridge, teilt sich den ersten Platz zusammen mit dem Russen, Alexey Molchanov. Beide tauchten 90 m tief. Laut Kommentatoren sind die beiden sehr gute Freunde und so wird sie das Ergebnis gefreut haben.

Der Franzose Morgan Bourc’his wurde mit 86 m dritter.

Es gab wieder viele rote Karten bei den Herren. Einige merkten schon früh, dass es nicht klappen will und nutzen das Seil. Einer fragte einfach die Sicherungstaucher nach einer Mitfahrgelegenheit.

Die nächste Tiefen-WM findet aller Voraussicht nach in zwei Jahren wieder statt. Nächstes Jahr findet eine Pool-WM und Team-WM statt.

Bis dahin wünschen wir allen Freitauchern sichere Tauchgänge, viel Erfolg im Training und Wettkampf!

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