Deutsche Meisterschaft DYN – Lange Nacht der Apnoe

Am Samstag den 11ten November fand in Berlin der zweite Teil der deutschen Meisterschaft und gleichzeitig die 20ste Lange Nacht der Apnoe statt. Organisiert wurde die Traditionsveranstaltung wie immer vom Nordberliner Tauchverein, zusammen mit Helfern vieler anderer Vereine, die da wären DUC, TCB, DLRG und TSV-Wittenau. Wie am Abend nach dem Wettkampf bekanntgegeben, soll dies aber nun die letzte Lange Nacht gewesen sein, da der NTV die Veranstaltung nicht mehr organisieren möchte. Wir hoffen natürlich, dass man sich das beim NTV nochmal anders überlegt, gerade weil der Wettkampfsport dieses Jahr wieder regen Zulauf hatte.

Kraft sparen bei Statik

Willi Hoffmann (links) und Florian Grauer (rechts) wollten nicht auf ihre beste Disziplin verzichten.

Da die Lange Nacht gleichzeitig auch der zweite Teil der deutschen Meisterschaft war und nach Wiesbaden, wo die Disziplinen STA und DNF getaucht wurden, nun DYN (Streckentauchen mit Flossen) an der Reihe war, sparten einige Athleten bei Statik lieber Kraft und Nerven anstatt alles zu geben. Jens Stoetzner und Dagmar Andres-Brümmer ließen die Disziplin lieber ganz aus. Unterstützten dafür aber andere Athleten bei ihren Tauchgängen. Bei Dagmar musste man aber schon hellhörig werden, denn sie nahm Stunden beim weltbekannten DYN-Trainer Mike Maric und sorgte diesen Sommer mit einem Seerekord in DYN für Aufsehen. Somit konnte man schon gespannt auf ihren Tauchgang warten.

Der amtierende deutsche Meister in Statik, Willi Hoffmann, startete unter den ersten und kam nach 7:02 wieder hoch, nachdem die Kontraktionen etwas stärker wurden. Der Vizemeister Florian Grauer kam nach 5:33 hoch und hätte sicherlich noch seine Bestleistung von Wiesbaden (6:34) wiederholen können, aber DYN stand ja noch bevor. Fernando Iscar Rüland, Statik-Dritter bei der DM (6:14), wollte hier auch nicht zu viel Kraft investieren und hörte nach 3:49 auf.

Martin Dubiel besuchte nach einer zweijährigen Pause wieder einen Wettkampf und tauchte eine gute Zeit von 5:03, verhaspelte sich dann aber beim Oberflächenprotokoll, weil er es zu hektisch durchführte. Beim Oberflächenprotokoll sollte man sich ein paar Atemzüge Zeit lassen und dies auch so im Training üben, damit es sich automatisiert.

Bei den Männern gab es aber noch weitere Leistungen mit über 5 Minuten. So z.B. von Sven Abels, der nach seiner Judge-Ausbildung, dieses Jahr seinen ersten Wettkampf hatte und sogleich wieder eine gute Zeit von 5:18 hinlegte. Der Neuling Günther Lemberger überraschte mit 5:34 und tauchte somit die drittbeste Zeit des Abends bei den Männern. Die zweitbeste Zeit (6:08) tauchte der Österreicher Ralph Staudigl.

Ebenfalls Kandidaten für über 5 Minuten waren Stephan Lehmann und Hans-Jürgen Lenzen. Stephan tauchte dieses Mal nach 4:53 auf und Hans-Jürgen ging ebenfalls auf Nummer sicher und beließ es bei 3:36.

Neu oder noch in keiner Rangliste waren Andrea Brandolini (4:34) und Mike Börner 3:52.

Nationalrekordhalterin Heike Schwerdtner wieder über 6 Minuten und weiße Karte

Die deutsche Meisterin und Nationalrekordhalterin in Statik, Heike Schwerdtner (6:19), tauchte wieder über 6 Minuten, wobei sie diesmal 12 Sekunden von ihrem eigenen Nationalrekord Abstand nahm und sich nach 6:07 wieder eine weiße Karte in Statik holte. Mit Statik hatte sie dieses Jahr noch so ihre Schwierigkeiten, denn trotz toller Zeiten bekam sie zwei Mal Rot, aber nun hat sie den Dreh raus und stellt ihre Konkurrenz in den Schatten.

Die zweitbeste Zeit tauchte zunächst Maria Unverricht mit 5:03, schaffte dann aber nicht mehr das Oberflächenprotokoll und bekam eine rote Karte. Somit ging die zweitbeste Zeit mit 4:44 an Ute Weinrich, die sich sehr darüber freute, wie angenehm ihr Tauchgang war.

Dann folgte Susanna Dietz, die ihre Bestzeit von 3:23 auf nun 4:04 verbesserte. Eva Bosten tauchte mit 3:34 die viertbeste Zeit. Dann folgten Svenja Hirschhausen (3:30) und die Spanierin Eva Raimundez Kuhlmann (3:06).

Entscheidung in Dynamik zwischen Jens und Willi

Jens war dieses Jahr vorwiegend mit Tieftauchen beschäftigt und nahm unter anderem für Deutschland mit sehr beachtlichen Leistungen an der Tiefen-WM in Roatan teil. Nichtsdestotrotz ist Jens mit Flossen schon 187 m im Wettkampf getaucht. Willi hingegen, tauchte dieses Jahr schon 212 m und war auch sonst nur auf Pool-Wettkämpfen unterwegs. Deswegen ging Willi hier als Favorit ins Rennen. Der amtierende DYN-Meister, Robert Woltmann, nahm leider nicht am Wettkampf Teil. Somit mussten Willi und Jens das unter sich ausmachen.

Willi tauchte schon lange nicht mehr unter 190, also musste Jens eine neue persönliche Bestleistung tauchen, um eine Chance auf den Titel zu haben, kam aber nach 184 hoch. Willi tauchte noch 13 m weiter und sicherte sich damit den deutschen Meistertitel mit 197 m.

Den beiden folgte Sven Abels nach seiner guten Statikleistung dann noch mit 133 m Strecke auf Platz 3. Er verbesserte damit seine Bestleistung von 2016 um weitere 13 m und schnappte sich Bronze.

Florian Grauer konnte sich abermals verbessern. Er legte auf seine alte Strecke von 112 m DYN noch ein Stück drauf und wurde mit 126 m Vierter. Eine weitere persönliche Bestleistung erreichte Hans-Jürgen Lenzen. Ohne flossen tauchte er dieses Jahr schon 100 m, also musste auch die Flossenstrecke erweitert werden und so schaffte er mit 117 m den 5ten.

Eine Runde 100 m gab es von Martin Dubiel, Günther Lemberger und Andrea Brandolini. Gerade für Wettkampfneulinge ist das eine gute Leistung. Darauf folgte Fernando Iscar Rüland mit 92 m, dicht gefolgt von Jan Tschirschwitz (87 m), Stephan Lehmann (85 m) und Mike Börner (81 m).

Der Österreicher Ralph Staudigl, der außerhalb der DM-Wertung tauchte, aber die deutschen Athleten auch schon auf Wettkämpfen unterstützt hat, erreichte 112 m.

Auch bei den Frauen war es spannend

Dagmar Andres-Brümmer hat vorgelegt. Wird die Konkurrenz aufholen können?

Wie schon erwähnt, verzichtete Dagmar Andres-Brümmer komplett auf Statik, somit konnte man schon ahnen, dass sie eine weite Strecke anpeilt. Maria Unverricht wiederum ging bei Statik stark an ihre Grenze, tauchte aber zuvor schon in Wiesbaden, trotz schlechter Tarierung, 125 m ohne Flossen und wurde deutsche Meisterin. Sie tauchte damals nur einen Meter vor Dagmars Nationalrekord auf. Heike Schwerdtner wurde in Wiesbaden mit 100 m DNF Vizemeisterin und sah sich für DYN nicht als Favoritin, trotzdem konnte man gespannt sein, ob nicht mehr in ihr steckt, als sie zuzugeben mag.

Wie erwartet und erhofft, tauchte zunächst Dagmar Andres-Brümmer einen neuen deutschen Rekord. Sie verlängerte ihren alten um 1 m und freute sich über eine weiße Karte und die 187 m.

Maria Unverricht wagte sich nach der anstrengenden Statik nicht zu weit vor. Sie tauchte nach 135 m auf.

Heike Schwerdtner tauchte später. Sie verbesserte ihre Wettkampfbestleistung von 125 m auf nun 144 m. Somit bekam Dagmar Gold, Heike Silber und Maria Bronze.

Darauf folgten Susanna Dietz mit 109 m und Ute Weinrich mit 100 m. Ute berichtete von starkem Brennen in den Beinen. Dies ist normal, weil der Körper auf anaeroben Stoffwechsel umstellt und dabei viel Lacktat bildet, welches sich mit Brennen in den Gliedern äußert.

Die Spanierin Eva Raimundez Kuhlmann tauchte ebenfalls 100 m.

Eva Bosten hat allen Grund zur Freude!

Nach der deutschen Meisterschaft in Wiesbaden ist Eva Bosten anscheinend auf den Geschmack gekommen ohne Flossen zu  tauchen. In der Landeshauptstadt Hessens erreichte sie noch 41 m und dachte sich wohl, dass da noch mehr drin ist. Nun beeindruckte sie mit beachtlichen 70 m ohne Flossen. Ein großer Schritt nach vorn!

Svenja Hirschhausen erreichte mit 67 m noch nicht ganz die 75 m, die sie sich selbst zum Ziel gesetzt hatte, das kommt aber sicher noch mit der Zeit, wenn sie weiterhin so fleißig Wettkämpfe besucht.

Dagmar beeindruckt auch in 16×50

Gerade für die Disziplin 16×50 m ist die Lange Nacht der Apnoe sehr bekannt. Hierbei versuchen Athleten 16 mal 50 m in einer möglichst kurzen Zeit zu tauchen. Die größte Herausforderung ist für die Athleten dabei nicht zu lange Pausen zu machen. Denn jeder hat genug Luft für 50 m, aber dabei muss man nach einer kurzen Atempause auch entsprechend starken Atemreiz aushalten.

Diesmal stellte Dagmar Andres-Brümmer auch die Männer in den Schatten. Sie tauchte die Disziplin mit 12:42 in kürzester Zeit dieses Abends. Den deutschen Rekord der Frauen hält übrigens Carolin Haase (VDST) mit 12:09,19.

Der zweit-schnellste war Willi Hoffmann mit 15:51. Fernando Iscar Rüland tauchte mit 16:54 einen neuen spanischen Nationalrekord.

Alle weiteren Zeiten kann man den Ergebnissen entnehmen (Bild zum Vergrößern klicken):

 

 

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