Tyrolean Cup in Innsbruck wieder mit Teilnehmer- und Leistungszuwachs und neuem deutschen Nationalrekord

Herzlichen Dank an Dagmar Andres-Brümmer und Thomas Plum für die tollen Fotos!

Hier geht es zu den Ergebnissen und der Auswertung

Unterwasservideos der DNF Tauchgänge (jeweils grünen Pfeil neben Namen klicken)

Am Sonntag den 25ten Februar fand der alljährliche Tyrolean Apnea Cup in Innsbruck statt und wieder einmal konnten sich sowohl Veranstalter als auch Athleten über einen Teilnehmerzuwachs freuen. Insgesamt nahmen 30 Männer und 10 Frauen bei diesem Wettkampf teil, wobei wie immer die beiden Disziplinen Statik (STA) und Streckentauchen ohne Flossen (DNF) getaucht wurden. Zum Vergleich: letztes Jahr betrug die Gesamtteilnehmerzahl noch 33.

Für 15 der 40 Startenden war dies der erste Wettkampf.

Heike Schwerdtner startet mit Starker Statik

Leider fand der Teilnehmerzuwachs nur bei den Männern statt. Die Teilnehmerinnenzahl bei den Frauen blieb ungefähr gleich, dafür waren aber 4 Anfängerinnen angetreten. Bei Statik hatten zwei noch Probleme mit dem Oberflächenprotokoll. Die Deutsche Susanne Huber schaffte nach einem starken Tauchgang von 4:30 leider nicht mehr das Oberflächenprotokoll innerhalb der vorgegebenen 15 Sekunden und die Österreicherin Ursula Koman hatte nach 3:36 das Protokoll ebenfalls nicht richtig absolviert. Dafür sind die ersten Wettkämpfe aber auch da. Man macht Fehler und lernt aus diesen.

Reibungslos verlief die Statik für die Wettkampfneulinge Birgit Standhartinger (Österreich) 4:02 und Daniela Dvorska (Slowakei) 2:46.

Anita Preisler überwand nach 3:55 im Vorjahr nun mit 4:05 auch die vierte Minute. Svenja Hirschhausen, die letztes Jahr in Innsbruck ihren ersten Wettkampf absolvierte und damals noch 3:24 tauchte, erzählte, dass sie im Training schon an die 5 Minuten herangekommen ist und zeigte sich deswegen mit den 3:06 dieses Jahr nicht ganz zufrieden.

Auf’s Statik-Treppchen kam Camilla Salling Olsen mit 4:34 und damit den dritten Platz. Dies ist ungefähr ihre übliche Statikleistung und wie man später sehen würde, ist DNF bei ihr die stärkere der beiden Disziplinen.

Die drei besten Statikerinnen (vlnr): Dagmar Andres-Brümmer, Heike Schwerdtner und Camilla Salling Olsen

Die deutsche Nationalrekordhalterin im Streckentauchen mit und ohne Flossen, Dagmar Andres-Brümmer, wurde mit soliden 5:04 zweite. Mit einer persönlichen Bestleistung von 5:51 wäre es für sie durchaus möglich auch der Nationalrekordhalterin in Statik, Heike Schwerdtner, näher zu kommen, aber vielleicht wollte sie sich die Kräfte auch für die nächste Disziplin sparen.

Heike Schwerdtner selbst, setzte sich mit 5:57 weit von der Konkurrenz ab und wurde erste in Statik. Wegen einer Trainingsleistung von 5:30 vor ein paar Wochen beim Kadertraining war das zu erwarten und schön zu sehen, dass sie immer sicherer an Zeiten um die 6:00 herankommt.

Viele Einsteiger und großes Leistungsspektrum bei den Männern

Ein gutes Drittel der angetretenen Männer waren zum ersten Mal bei einem Apnoewettkampf dabei. Trotzdem streuten die Leistungen über einige Minuten.

Team Freediving Rosenheim: Heinz Kirschner unterstützt seinen Schüler Mohamed Othman.

Im 3-Minutenbereich waren da, der Ägypter Mohamed Othman, der bei Freediving Rosenheim trainiert und 3:06 erreichte. Der Deutsche Philipp Hammer erreichte 3:45 und der Österreicher Thomas Seidl überbot diesen um 2 Sekunden.

Dann sammelten sich einige Neulinge im 4-Minutenbereich: die Österreicher Josua Haueis mit 4:09, Florian Landerl 4:31 und Reinhard Kleindl 4:49. Der Ungar Miklós Borsos machte eine Punktlandung auf 5:00.

Etwas später tauchte der Deutsche Arne Jacobs bei 5:40 auf. dann folgte ein weiterer ungarischer Einsteiger, Marcell Bagó, mit 6:05. Die spitze bei den Neulingen bildeten der Slowene Martin Ruman (6:11) und ein weiterer Ungar, Attila Remenyi, mit 6:14.

Die drei besten Statiker (vlnr): Willi Hoffmann, Andrej Ropret und Peter Durdik

Da blieb gar nicht so viel Zeit bis zur eigentlichen Spitze aus dem Slowaken Peter Durdik, der in seiner Wettkampfkarriere schon über 8 Minuten tauchte, aber dieses Mal stark fror und schon bei 6:32 hoch kam. Gerade wenn man immer besser in Statik wird, erhöht sich auch die Sensibilität für Kälte, da der Körper mehr Energie spart und weniger Wärme erzeugt.

Willi Hoffmann gab sich, wie auch bei den letzten 2 Wettkämpfen, mit einer 7:05 zufrieden und wurde mit Leichtigkeit vom Slowenen Andrej Ropret (7:37) überboten. Andrej ist kein Unbekannter. Er erreichte letztes Jahr beim selben Wettkampf 7:42 und 158 m Strecke und ist der slowenische Nationalrekordhalter aller 3 Pooldisziplinen.

Neuer deutscher Nationalrekord in DNF bei den Frauen

Die Deutsche Svenja Hirschhausen startete als eine der ersten bei den Frauen in DNF und durfte sich über eine neue Wettkampfbestleistung freuen. Auch dieses Jahr wurde sie im Verlauf ihres Tauchgangs immer schneller und hektischer, verbesserte ihre Vorjahresleistung aber dennoch um 12 m und kam bei 66 m hoch.

Drei Anfängerinnen starteten noch bei DNF. Wobei die Slowakin Daniela Dvorska mindestens 50 m anpeilte, aber schon nach 24 m hochkam. Bei den beiden anderen ist das Wort Anfängerin aber nicht ganz angebracht. Susanne Huber tauchte erst nach 80 m auf und Birgit Standhartinger gar erst nach 103 m.

Auch Heike Schwerdtner konnte sich verbessern und kam mit 111 m (+11 m gegenüber Bestleistung) auf Platz 3 in DNF. Für den Zuschauer wird es also interessant, ob sie bald auch, wie Maria Unverricht, näher an den deutschen Nationalrekord herankommt.

Fast das gleiche Bild wie bei Statik. Ist aber wirklich ein anderes (vlnr): Camilla Salling Olsen, Dagmar Andres-Brümmer und Heike Schwerdtner

Mit 128 m wurde sie von der Dänin Camilla Salling Olsen überboten, die damit auf den zweiten Platz kam. Ganz nebenbei gemerkt, ist es recht interessant sich die Ergebnisse des letzten dänischen Wettkampfs anzuschauen, bei dem die dänischen Frauen in DNF durchschnittlich weiter tauchten als die Männer (101 m / 87 m, den Tauchgang mit 0 m nicht eingerechnet).

Einen weiteren Meter legte Dagmar Andres-Brümmer drauf und belegte mit 129 m den ersten Platz in DNF. Damit legte sie gleichzeitig drei Meter auf ihren eigenen alten Nationalrekord drauf. So werden sich Heike und Maria schon etwas stärker nach der fünften Bahn vom Rand abstoßen müssen, um diesen zu reißen.

Ein paar bekannte Gesichter mit Leistungszuwachs

Die Leistungen der Newcomer der Herren waren, wie schon bei Statik, weit gestreut. Den Anfang machte Mohamed Othman mit 25 m, der mit einer noch verbesserungswürdigen Tarierung tauchte. Hängen die Beine weit über Kopfhöhe, dann sollte man versuchen Gewicht vom Hals auf die Hüfte zu verlagern.

Arne Jacobs schaffte nicht die angepeilten 97 m und kam nach 67 m hoch. Das Reglement ist hierbei sehr streng und es wird die Differenz zwischen der angesagten und der erbrachten Leistung nochmals abgezogen, weswegen Arne in der Rangliste weiter runter rutschte gegenüber anderen Neulingen, wie z.B. Thomas Seidl (56 m), Reinhard Kleindl (58 m) und Philipp Hammer (63 m).

Dass sich bei einer so hohen Teilnehmerzahl ein höheres Announcement trotzdem lohnen kann, zeigte z.B. Florian Landerl, der mit 86 m dieselbe Strecke wie Josua Haueis tauchte, aber 80 m angesagt hat. Tauchen zwei Athleten die gleiche Strecke, so gewinnt derjenige mit der geringsten Differenz zwischen angesagter und erbrachter Leistung. Damit rutschte Florian einen Platz höher.

Dann ging es für die Newcomer so langsam aber sicher gegen 100 m. Der Ungar Attila Remenyi kam nach 89 m hoch und wurde dann vom Landsmann Miklós Borsos mit 99 m übertroffen. Dieser tauchte zwar sehr nah am Bahnende hoch, aber um die Bahn voll angerechnet zu bekommen, darf man nicht vergessen das Ende unter Wasser zu berühren während man mit den Atemwegen noch nicht aufgetaucht ist.

Der dritte Ungar, Marcell Bagó und der Slowake Martin Ruman ließen bei diesem Thema gar nicht erst Zweifel aufkommen und wendeten beide bei 100 m. Marcell tauchte noch bis 111 m und Martin etwas weiter bis 119 m.

Was tat sich bei der Elite an der Spitze? Wie oben schon erwähnt, kann es bei einer so hohen Teilnehmerzahl durchaus vorkommen, dass mehrere Athleten dieselbe Strecke tauchen. So entschied auch wieder zwischen Peter Durdik und André Grabs das Announcement. Beide tauchten 147 m. Aber Peter hatte 105 m angesagt während André sich mit 100 m eingeschrieben hatte. Somit machte Peter einen Platz gut.

Für beide war das eine erhebliche Verbesserung. Andrès Bestleistung ist bisher mit 130 m verzeichnet. Und Peter überraschte noch mehr, da er bisher eher als hervorragender Statiker mit Zeiten von über 8 Minuten aufgefallen war, seine Bestleistung bei DNF ist aber mit 114 m verzeichnet.

Geehrt wurden auch die beiden Gesamtsieger: Andrej Ropret und Heike Schwerdtner

Auch Andrej Ropret legte dieses Jahr kräftig zu. Letztes Jahr kam er noch mit 158 m auf den zweiten Platz. Dieses Mal konnte ihm aber kein Konkurrent das Wasser reichen, da er erst bei 176 m auftauchte.

Schön zu sehen, dass es auch bei anderen aufwärts geht und sich das Training auszahlt. Der bei den Stuttgart Manatees trainierende Thomas Plum verbesserte sich um 2 m auf 133 m. Der bei Freedive Munich trainierende Spanier Narciso Quijano Fraile fing erst letztes Jahr mit den Wettkämpfen an und schaffte damals schon 90 m. Dieses Jahr sind es schon 109 m geworden.

Deshalb seien hier nochmal alle dazu aufgerufen fleißig zu trainieren. Und vergesst nicht euch für die Deutsche Meisterschaft und den Burgebracher Kelch einzuschreiben.

Wir beglückwünschen alle Athletinnen und Athleten zu ihren Leistungen und wünschen weiterhin viel Erfolg im Training!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.