Nachbericht zu den Tschechischen Meisterschaften in Pardubice

von Florian Grauer

An diesem Samstag fanden die Tschechischen Meisterschaften in den Pooldisziplinen Statik und Dynamik mit Flossen im 50m-Becken in Pardubice statt. Aus Deutschland zu diesem Event angereist waren als Athleten Peter Durdik (Slowakei, wohnhaft in München), Julian Van Rensburg (England, wohnhaft in Berlin) sowie die AIDA-Deutschland-Mitglieder Cornelius Friesendorf, Florian Grauer, Willi Hoffmann, Marius Nogueras (Spanien, wohnhaft in Berlin) und Maria Unverricht. Komplettiert wurde die Mannschaft von Monika Hopf (Judge).

43 Athleten und 13 Athletinnen hatten sich zu der eintägigen Veranstaltung angemeldet. Der Competition gelingt (wie es auch für die Veranstaltungen in Polen gilt) der Spagat zwischen Weltklasse und gleichzeitiger Einsteigerfreundlichkeit recht gut. Für Competition-Neulinge (11 Männer und 2 Frauen) gab es eine separate Wertung, weiterer Anreiz war außerdem mit der Auszeichnung des besten „Jumpers“ geschaffen – mit diesem Preis wurden der Freitaucher und die Freitaucherin belohnt, die im Vergleich zum Vorjahr auf die Punktzahl bezogen prozentual höchste Verbesserung ihrer Leistung erreichen konnten (Bei den Frauen strich sich diesen Preis übrigens Maria ein). Auf der anderen Seite gab es in beiden Disziplinen wirklich enorme Auftritte zu bewundern – erfreulich, dass nicht nur Weltklasse-Freitaucher wie Mateusz Malina, Michal Bochenek oder Julia Kozerska, sondern auch wir (vor allem Willi, Peter und Maria) daran nicht ganz unbeteiligt waren (ganz schlecht war der Rest von uns übrigens auch nicht ).

Da der Wettkampf schon früh begann, fand die Anreise für alle von uns schon am Vortag statt. Bei einem gemeinsamen Abendessen bot sich so noch die Gelegenheit, Fragen des Coachings untereinander zu klären und auch den ein oder anderen wertvollen Hinweis auszutauschen. Willi, der drei Wochen vorher bei den Deutschen Meisterschaften schon dick abgesahnt hatte, hatte für sich (und sein Umfeld) auch für dieses Wochenende so einiges „ausgeknobelt“. WARNUNG: Es folgt an dieser Stelle ein Tipp zur offensichtlich immensen Leistungssteigerung, der aus nachvollziehbarem Grund aber keinen Eingang in seinen auf der AIDA-Seite einzusehenden Leitfaden für Poolwettkämpfe gefunden hat. Vermutlich hat Willi diesen der Freitaucher-Community bislang deshalb vorenthalten, da er sich zur 1:1-Umsetzung nur für diejenigen eignet, die gerade partnerlos sind, es gerne werden oder unbedingt bleiben möchten: Die Rede ist von dem reichlichen Konsum von Knoblauch vor dem Wettkampf. Willi jedenfalls ließ es sich nicht nehmen und schaufelte sich, unmittelbar, nachdem er sich meiner Coaching-Dienste versichert hatte, glücklich zunächst einen Teller Knoblauch-Suppe (wobei aufgrund dessen Fassungsvermögens die Bezeichnung Topf oder Trog angemessener sein mag) hinein, danach noch ein ganzes Baguette, welches dick mit Knoblauch-Butter beschmiert war.

Für die abgemagerten Statiksieger gab es Proteinpulver und -riegel. Vlnr: Peter Durdik, Willi Hoffmann und Mateusz Malina

In den Wettkampf starten sollten aber zunächst andere. Wie meist üblich wurde mit Statik begonnen. Marius konnte seine Trainings-Bestleistung (wenige Tage zuvor hatte er erstmalig die 5 min geknackt) leider nicht ganz wiederholen, schaffte aber ein für ihn ordentliches Ergebnis mit 4:21. Julian brachte es mit gerade ausklingender Erkältung auf 4:25. Maria tauchte mit 4:52 nahe an den Bereich ihrer Bestleistung heran. Florian hatte sich für Statik viel vorgenommen, ein bisschen wurde ihm das aber wohl zum Verhängnis. Nach 6:04 kam er blitzsauber, aber ein bisschen lustlos aus dem Wasser und haderte noch eine ganze Weile mit sich, warum er bei seinem Versuch nicht in den Quäl-Modus gefunden hatte. Cornelius tauchte noch einige Sekunden länger und erreichte mit 6:11 eine persönliche Wettkampfbestleistung. Peter hatte sich für seinen Versuch Julian als Coach gesichert, ihn als Einflüsterer aber nur für die letzten dreieinhalb Minuten gebucht. Ganze 5 Minuten vorher wollte er nichts hören. Immer noch mit Reserven kam er erst nach 8:33 min nach oben und stellte damit einen neuen slowakischen Nationalrekord auf (was er zum Abendessen hatte, ist leider unbekannt). Bei Willi war es jedenfalls Knoblauch mit Beilagen. Sein Announcement legte er selbstbewusst auf 7 Minuten (würde er weniger erreichen, gäbe es Minuspunkte). Seine Bestleistung (aufgestellt drei Wochen vorher bei der DM) lag bei 7:53. Diesmal hielt er es ganze 40 Sekunden länger aus. Aufgrund der höheren Zeitvorgabe landete Willi mit 8:33 damit auf dem ersten Platz vor dem zeitgleichen Peter, beide hielten damit den Streckenweltmeister Mateusz Malina (8:11) auf respektabler Distanz. Bei den Männern erreichten damit 3 Athleten 8 Minuten und mehr, zwei schafften es auf Ergebnisse oberhalb von 7 Minuten und weitere 10 erreichten 6 Minuten +. Ziemlich knifflig, da oben mitzuhalten. Willi und Peter, ihr seid spitze. Maria kam bei den Frauen mit ihrer Leistung auf den vierten Platz bei Statik, Siegerin wurde Katerina Suranska (6:22), vor Hana Bila (6:10) und Julia Kozerska (5:31).

Vlnr: Vita Kremser, Julia Kozerská, Maria Unverricht

Nachmittags wurde dann mit der Disziplin Dynamik mit Flossen der Wettkampf abgeschlossen. Auch hier wurde kräftig abgeliefert, so erreichten 7 Männer und 2 Frauen Tauchgänge von 200 oder mehr Metern. Die weitesten Tauchgänge des Tages lieferten Mateusz Malina (250 Meter) und Michal Bochenek (neue Bestleistung mit ebenfalls 250 Metern) ab. Doch auch wir schlugen uns sehr respektabel. Julian tauchte mit bifins 101 Meter, bekam für seinen Tauchgang aber leider die gelbe Karte (welche einen minimalen Punktabzug zur Folge hat), da er beim Start nicht die Wand berührte. Marius stellte mit bifins eine neue persönliche Bestleistung mit 132 Metern auf. Cornelius durchtauchte mit seiner Mono ganze drei Bahnen des 50m-Beckens, ihm wurde leider 1 Meter an Distanz abgezogen, da er bei einer Wende unterhalb der Stufe gewendet hatte. Eine Wahnsinssleistung, wenn man sich vor Augen führt, welchen Stress er unmittelbar vor dem Tauchgang gehabt haben muß. Kurz vor Countdown versuchte er mehrfach vergeblich, sich sein Halsblei umzulegen – dumm nur, dass sich dieses beim Transport wohl verbogen hatte. Mehrere Versuche, das Gewicht wieder in Form zu bringen scheiterten – bis Knoblauch-Willi in bester Popeye-Manier beherzt zugriff und das Tauchgerät kraftvoll wieder in seine alte Form brachte… Florian tauchte mit bifins mit 154 Metern erneut eine persönliche Bestleistung. Auch Maria verbesserte sich weiter auf ganz starke 164 Meter und erreichte damit einen Treppchenplatz hinter Julia Kozerska und Vita Kremser, die beide glatt 200 Meter tauchten. In der Gesamtwertung reichte es für sie für einen tollen 4. Platz. Bei den Männern wurde Willi nach 202 Metern DYN in der Gesamtwertung Dritter, Peter wurde 5. Florian schaffte es auf den 13. Platz, ganz knapp vor Cornelius, der 14. wurde. Marius wurde 21., Julian 25.

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