Vier deutsche Starter beim RedCCup in Dahab – Nationalrekord in CNF für Jens Stoetzner

Da-habt (sorry, der Kalauer musste mit rein) ihr ja richtig abgeliefert. AIDA-Deutschland gratuliert Jens Stoetzner zum Aufstellen eines neuen Nationalrekordes in der Disziplin Constant Weight No Fins (CNF) mit einer Tiefe von 74m. Cornelius Friesendorf sammelt seine 50. weiße Karte in Folge, Gritti Bünker-Wohlfahrt erreicht eine Competition-Bestleistung in Free Immersion (FIM) mit 65m und Wettkampfneuling Sebastian Kaess liefert ein beeindruckendes Debut ab.

Jens Stoetzner hat es endlich geschafft. Nachdem er im Mai 2018 in allen 4 Tauchgängen bei der Nirvana Ocean Quest in Kolumbien an der zwischenzeitlich noch weiter verbesserten Rekordmarke von Stefan Randig gescheitert war, stellt er gleich im ersten Tauchgang beim diesjährigen RedCCup am Blue Hole einen neuen deutschen Rekord in CNF auf. Leicht sollte es ihm und anderen aber nicht gemacht werden. Die Competition startete 90 Minuten später, da die Polizei zunächst keine Genehmigung erteilte. Auch lockt die einzigartige Kulisse viele Schnorchler an, die sich in Schwimmwesten durch das Blue Hole ziehen lassen, was es für die Organisatoren nicht immer einfach machte, für eine störungsfreie Vorbereitung der Athleten auf ihre Tauchgänge sorgen zu können. Zuletzt wird in Dahab nur an der Boje getaucht, da eine Plattform im Blue Hole nicht zulässig ist. Von den Turbulenzen und Widrigkeiten zu Beginn und auch während der Competition ließ sich Jens aber nicht ablenken und zeigte einen sehr entspannten Tauchgang ohne Probleme beim Druckausgleich, welcher ihm in der Vergangenheit schon so manches Mal zum Verhängnis geworden war. 74m in CNF sind eine echte Hausnummer, super gemacht Jens! Am zweiten Wettkampftag hatte er dagegen weniger Glück. Jens hatte sich 90m in der Disziplin Constant Weight (CWT) vorgenommen, die Tauchzeit war mit 3:17 für CWT aber einfach zu lang – Resultat war ein Blackout nach dem Auftauchen. Nach eigenen Aussagen sei sich Jens beim Aufstieg wegen des Counterbalancesystemgestänges nicht sicher gewesen, in welche Richtung er habe schauen müssen, um nicht mit dem Gestänge zu kollidieren. Er entschied sich daraufhin, schraubenartig um das Seil herum aufzusteigen, was aber wohl zu viel Zeit und Geschwindigkeit gekostet habe. Besser vorbereitet schaffte er die 90m dann aber in seinem dritten und letzten Tauchgang zwei Tage später. Dieses mal verzichtete er auf die Pirouette, sparte dadurch 20 Sekunden an Zeit und lieferte oben ein sauberes Oberflächenprotokoll ab. Obwohl er so nur zwei Tauchgänge in die Wertung bringen konnte, reichte es für einen 10. Platz im Gesamtklassement der Herren.

Selbst auf dem Sinai muss man nicht fürchten, dass Cornelius Friesendorf Wüstensand ins Getriebe gerät. Mit drei weiteren weißen Karten (der zweite Tauchgang wurde mit der 50. weißen Karte in Folge honoriert) blieb er auch in Ägypten ein Muster an Beständigkeit. Mit seinen drei Tauchgängen in seiner Lieblingsdisziplin CWT auf 65m, 68m, und 72m belohnte er sich am Ende mit einem starken 5. Platz im Gesamtklassement. Herzlichen Glückwunsch Conny, auf die nächsten 50…!

Einen wirklich tollen Wettkampf lieferte auch der in Australien lebende Deutsche Sebastian Kaess ab, der sich mit drei weißen Tauchgängen (CWT 60m, CWT 70m, FIM 72m) im Gesamtklassement seiner ersten Competition überhaupt gleich auf dem sechsten Platz wiederfand. Er wird im nächsten Jahr voraussichtlich viel auf den Philippinen trainieren und im südostasiatischen Raum an weiteren Tiefenwettkämpfen teilnehmen. Sebastian, mach weiter so und bereichere auch in Zukunft die Tieftaucherszene… vielleicht ja auch bald für AIDA-Deutschland? Wir würden uns sehr freuen – ein Bewerbungsschreiben ist von deiner Seite jedenfalls nicht mehr nötig. 

Mit Gritti Bünker-Wohlfahrt ging eine deutsche Frau an den Start. Sie zeigte einen für sie entspannten FIM-Tauchgang, der sie mit 65m zu einer Competition-Bestleistung brachte. Mit Tiefe kennt sich Gritti aus – in der Nicht-Wettkampfdisziplin No Limit hat sie auch schon Tiefen von 90m erreicht. Das war leider auch schon ihr einziger Auftritt beim Red Cup – ein neuer Job und Umzug nach Berlin veranlassten sie zur frühen Abreise. Für sie wurde es am Ende der 13. Platz im Gesamtklassement der Damen.

Mit freundlicher Genehmigung von

Emily Krakoff

Markus Dirschl

 

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