Zwei persönliche Bestleistungen und zweimal Treppchen – erfolgreicher Wettkampf von Sven Abels und Florian Grauer bei den Britischen Pool-Meisterschaften in Bristol

Kleine Hommage an die siegreichen Unicorns aus Riga…und harte Poolwände

Als ob es nicht mehr ohne einander ginge… Vor einem guten Monat konnten sich Sven, Maria und ich bereits über den Sieg in der Teamwertung in Riga freuen. Am letzten Wochenende standen in Bristol die Britischen Pool-Meisterschaften an, und – noch beschwingt von dem tollen Wettkampf in Lettland – sollte es auch diesmal für uns zu guten Resultaten reichen (leider ohne Maria, die schon in Innsbruck gestartet war und die im verdienten Urlaub vom Wettkampf weilte). Mit in England dabei war dafür Anke Immelmann, die aber nicht selbst startete, sondern als langjährige Trainingspartnerin von Sven dessen Coaching übernahm und uns auch sonst nach allen Möglichkeiten unterstützte.

Ungläubig mussten wir bei der Registrierung zur Kenntnis nehmen, dass wir beide die ersten Teilnehmer aus Deutschland waren, die jemals in dem mittlerweile sehr internationalen Wettkampf antraten – insgesamt starteten 29 Athleten und 16 Athletinnen aus insgesamt 14 verschiedenen Nationen). Das ist insofern verwunderlich, als dass der zweitägige Wettbewerb in dem modernen 25/50-Meter-Becken in sehr freundlicher Atmosphäre stattfand und ausgesprochen gut organisiert war. Meist merkt man so etwas an den Kleinigkeiten, und gerade hier punkteten die Briten an einigen Stellen. So bekam zum Beispiel jeder bei der Anmeldung einen kleinen wasserbeständigen Zettel in Scheckkartengröße mit allen relevanten Informationen über die eigenen Tauchgänge (welche Bahn, AP, Warm-Up- und OT-Zeiten). Auch dass es aufgrund eines beachtlichen Sponsorings tolle Preise (Masken, Carbon-Flossen, maßgeschneiderte Anzüge) zu gewinnen gab, muss erwähnt werden.

Am Samstag wurde der Wettkampf mit DNF eröffnet. Für Sven ging es mit 108m Weite gleich recht weit nach oben, er überbot seine bisherige Wettkampf-Bestleistung um ganze 8 Meter. Mit diesem Einstand konnte er sich über den 10. Platz und seinen ersten von insgesamt vier Einträgen in die Top 10 an diesem Wochenende freuen. Ich kam dagegen überhaupt nicht zurecht. Möglicherweise ging mir das unangenehme Rendeveuz von Schädel und Beckenwand aus Riga noch im Kopf herum.

Florian bei Desensibilisierungs- und Konfrontationsübungen

Schon auf den ersten zwei Bahnen verzählte ich mich ständig bei den arg vielen Hilfsmarkierungen auf dem Boden, anstatt einfach auf die Zahl der eigenen Züge zu vertrauen. Resultat waren zwei verkorkste Wenden, die mich aus irgendeinem Grund so nervten und aus dem Konzept brachten, dass ich den Tauchgang vorzeitig nach 75m abbrach. Bei den Männern siegte Jesper Lauridsen mit 138m vor Aristomenes Vounakis (138m, aber niedrigeres Announcement) und Tomasz Ratajak (137m). Deutlich weiter ging es bei den Damen mit unglaublichen 180m von Agnieszka Kalska, 162m von Alice Hickson und 146m von Karin Prins. Während Sven allen Grund zur Freude hatte, musste ich lange mit mir hadern: Erst wenige Tage vorher hatte ich mich wieder gesund genug gefühlt, überhaupt nach England zu fliegen und an dem Wochenende zu tauchen. Da ich nach Riga kein einziges Mal im Wasser gewesen war, hatte ich mir zwar nichts Großes für Bristol ausrechnen können, aber um Tauchgänge ohne Not abzubrechen war ich eigentlich nicht hergekommen – viele andere hatten auch ihre Probleme, schafften es aber, ihre Versuche trotz der Widrigkeiten durchzuziehen.

Am zweiten Wettkampftag fanden morgens der Statikwettbewerb, nachmittags die Dynamikdisziplinen DYN-Bifins und DYN-Monofin statt.

In Statik biss sich Sven durch und konnte mit 06:01min die von ihm langersehnte 6 min-Marke erreichen. In Burgebrach hatte er diese mit der gleichen Zeit zwar schon einmal überboten, damals wurde ihm allerdings eine Touch-by-Coach-Disqualifikation zum Verhängnis. Glückwunsch also auch zu dieser zweiten neuen offiziellen Bestleistung. Ein wenig der Freude wurde allerdings auch in diesem Tauchgang getrübt, da er sich die Zeit mit zwei weiteren teilen musste, die aber beide höher announced hatten und deshalb im Ranking vor ihm landeten, und auch die 06:04min von Tomasz Ratajak, die dem Polen zum dritten Platz reichten, wären noch in unmittelbarer Reichweite für Sven gewesen. Bald überwogen bei Sven zurecht aber wieder Stolz und Zufriedenheit über den 6-Minuten-Tauchgang die knapp verpasste Chance, er wurde in dieser Disziplin 6. Ich erreichte mit sauberem und mit 5 Sekunden äußerst schnellem Protokoll 06:21min, was angesichts der einmonatigen Pause ein mehr als versöhnliches Ergebnis nach dem verpatzten Vortag für mich war. Es wurde überraschenderweise auch noch mit dem zweiten Platz belohnt, da nur Adam Drzazga mit 06:52 – dafür deutlich – länger unter Wasser blieb. Bei den Frauen blieb Agnieszka Kalska mit 06:49 erneut das Maß der Dinge, wieder vor Alice Hickson (06:38). Auf dem dritten Platz landete Georgina Miller mit 06:22 min.

Nach einer mehrstündigen Pause ging es dann zum finalen Streckentauchen. Sowohl Sven als auch ich hatten wir beide mit Weiten knapp über 100m eigentlich nichts ungewöhnlich Hohes angegeben. Da die Announcements der anderen aber noch niedriger ausfielen, mussten wir parallel als vorletzte starten – ein gutes Omen, waren wir mit unserem gemeinsam absolvierten Tauchgang bei der WM im Sommer 2018 doch sehr zufrieden.

Zeitgleicher Start in den finalen Disziplinen DYN-Bifins und DYN

Auch in der Abschlussdisziplin mit der Monoflosse zeigte Sven eine starke Leistung und kam mit glatten 150m (eine ordentliche Steigerung zu Riga) bis auf 6m an seine persönliche Bestleistung heran. In der Wertung der 15 männlichen Mono-Taucher kam er damit auf den 6. Platz. Ich startete wie immer mit Bifins und konnte mit 159m meine zweitbeste Weite erreichen. In der Bifins-Wertung reichte das zum Sieg, welcher mir mit Carbon-Flossenblättern veredelt wurde.

Siegerehrung Statik, mit Adam Drzazga (links) und Tomasz Ratajak (rechts)

In der Gesamtwertung landeten Sven und ich beide in den Top 10, er auf dem 7. (10.,6.,6. Platz), ich auf dem 6. Platz (18.,2.,1.). Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, erhielten die Bifin-Taucher für die Berechnung des Gesamtklassements einen Bonus von 15% auf ihre erreichte Weite.

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