AIDA Polish Depth Championship 2020

AIDA Polish Depth Championship

Lake Hańcza, Mierkinie, Poland, 19.- 22.8.2020

Text: Nadja Spanopoulos

Bilder: Elżbieta Sadowska

Eigentlich dachte ich, dass ich nie an einem Wettkampf teilnehmen würde und schon gar nicht gleich an der AIDA Polish Depth Championship. Dieses Jahr hatte ich auch noch richtig Pech und war Wochen lang nach einem Blinddarmdurchbruch aus dem Wasser und gleich zwei mal unterm Messer.

Dann war Badtraining wegen der Coronapandemie kaum möglich. Eine wirklich verwirrende Zeit, die uns leider alle noch in Atem hält. Aber sobald ich konnte, bin ich immer wieder mal zum See in der Nähe meines Wohnortes gefahren um in mein Lieblingshobby, das Tauchen mit und ohne Gerät, wieder einzusteigen.

An diesem See begegnete ich auch Jens Stoetzner gelegentlich, der dort gerne trainiert. So auch kurz vor dieser Competition. Er erzählte von dem sehr schönen Ort in weiter Natur, von dem urigen Häuschen oberhalb des Sees in dem man untergebracht und bestens verpflegt wird, und natürlich dem tiefen Hańcza – See. Er würde dort hinfahren, bereits ein paar Tage vorher, Urlaub am See sozusagen. Ich solle doch mitfahren. Eine Woche später saßen wir dann im Auto und die große Fahrt begann.

Der Ort ist tatsächlich die Reise wert, und die Atmosphäre war wunderbar familiär. Es waren nur wenige Athleten da, so konnte man sich schnell kennenlernen.

Professionell organisiert wurde der Wettkampf von Marcin Baranowski, der auch als Teilnehmer startete und mit 52m CNF den polnischen Rekord getaucht ist.

Hier findet man alle Ergebnisse des Wettkampfes.

Ich habe mich vorsichtig mit dem deutschen Rekord der Frauen mit Bifins im See auseinander gesetzt. Ich hatte keine Ahnung ob ich in einer solchen Situation überhaupt tauchen könnte. Aber es hat prima geklappt und am dritten Tag wurden es schließlich 47m. Das entspricht genau der tiefsten Stelle des Sees in dem ich geübt hatte, und wurde meine dritte White Card.

Einen großen Teil an meiner erfolgreichen Teilnahme hat sicher Jens gespielt, der mir geduldig alles erklärt hat, und mich sogar gecoacht hat. Er half mir auch mit einer Lampe aus, denn der wunderschöne, von natürlich bewachsenen Ufern gesäumte und fischreiche See ist mit seiner smaragdgrünen Farbe auch dunkel.

Jens hat zwar sein Vorhaben den eigenen Rekord zu erhöhen, wegen Druckausgleichsschwierigkeiten nicht umsetzen können, aber er hält ja seit geraumer Zeit einige deutsche Rekorde und war dennoch der Teilnehmer, der von allen am tiefsten getaucht ist. Ich konnte mich des Eindrucks auch nicht erwehren, dass er es ziemlich vergnüglich empfand, dass er mich völligen Wettkampfneuling mitgebracht hat und dabei gleich ein neuer Rekord eingestellt wurde.

Auch die übrigen Athleten waren sehr erfolgreich mit einigen neuen Personal Bests und White Cards. Ganz besonders hatten wir gemeinsam viel Spaß bei dem Event in einem so schönen Rahmen. Darüber hinaus war auch noch bestes Wetter.

Eine wirklich gelungene Reise also.

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