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Training und Wettkampf in Roatan: der Caribbean Cup 2022

Link Ergebnisse Wettkampf

Bericht von Kathleen Greubel

Von 18.-24. Mai fand dieses Jahr die 9. Edition des Caribbean Cups statt, ein internationaler Wettkampf im Tieftauchen der jährlich auf der Insel Roatan (Honduras), vor der Karibikküste Honduras ausgetragen wird. In diesem Jahr war der Caribbean Cup außerdem die Auftaktveranstaltung der ersten Freediving World Series, einer Serie von Wettkämpfen an verschiedenen Orten und über die Saison verteilt, bei der am Ende die Sieger der Gesamtwertung gekürt werden sollen.

Am Caribbean Cup 2022 nahmen insgesamt über 30 Athleten aus Nord- und Südamerika, aus Europa und Asien teil. Insgesamt wurde 22 neue National Records aufgestellt.

Ich selbst hatte mich im Training vor Allem auf die Disziplinen FIM und CNF konzentriert. Seit Mitte Mai trainierte ich mit Roatan Freediving und hatte dabei genug Zeit, mich nach einer langen Winterpause in deutschen Schwimmbädern langsam wieder an die Tiefe heranzutasten.

An den ersten beiden Tagen des Wettkampfes entschied ich mich für konservative Tauchgänge und konnte mit zwei white cards in FIM (72m) und CNF (50m) starten. Am dritten Tag hatte ich einen etwas tieferen CNF Tauchgang angekündigt, entschied mich jedoch kurz vor dem Start, den Tauchgang wegen Strömung nicht anzutreten. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue, da sie mir eine mögliche schlechte Erfahrung ersparte.

Nach einem Tag Pause begann die zweite Hälfte des Wettkampfs die für mich, wie sich zeigen sollte, ganz im Zeichen der bedeutungsschweren Zahl 75 stehen würde. Ich entschied mich, zum ersten Mal, einen Tauchgang zu anzumelden, den ich im Training noch nie gemacht hatte, 75m FIM. Ich war sehr nervös und machte einige kleine Fehler, die dazu führten, dass mir in 70m die Luft für den Druckausgleich ausging. Damit war der Tauchgang ein early turn, yellow card. Trotzdem genoss ich den Tauchgang und ich fühlte mich stark und zuversichtlich, es am nächsten Tag besser zu machen. Im zweiten Versuch fühlte ich mich in der Vorbereitung unkonzentriert und war abgelenkt und nervös, sodass ich einige Fehler leider wiederholte und wieder vor der Zieltiefe umdrehen musste, weil kein Druckausgleich mehr möglich war. Die Entscheidung über meinen Tauchgang am letzten Tag fiel mir sehr schwer. Ich entschied mich schließlich, mir und den 75m noch eine Chance zu geben, weil ich das Gefühl hatte, es sonst vielleicht bereuen zu können. Natürlich waren der Druck und die Anspannung ziemlich groß, aber manchmal hilft mir das dabei, fokussiert zu sein und meine Aufmerksamkeit ganz in den Moment zu legen. Nun, an diesem Tag hat es funktioniert, alles lief nach Plan und ich genoss den Tauchgang sehr. So konnte ich den Caribbean Cup mit einer weißen Karte, einer neuen personal best in FIM und riesiger Freude über diesen großartigen Tauchgang beenden.