AIDA Deutschland e.V. https://www.aida-deutschland.de Wed, 16 Sep 2020 16:43:07 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.1 https://www.aida-deutschland.de/wp-content/uploads/2020/04/cropped-Taucher-e1591637689741-2-32x32.png AIDA Deutschland e.V. https://www.aida-deutschland.de 32 32 AIDA Polish Depth Championship 2020 https://www.aida-deutschland.de/2020/09/14/aida-polish-depth-championship/ https://www.aida-deutschland.de/2020/09/14/aida-polish-depth-championship/#respond Mon, 14 Sep 2020 11:02:14 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=9242 Weiterlesen »AIDA Polish Depth Championship 2020]]> Lake Hańcza, Mierkinie, Poland, 19.- 22.8.2020

Text: Nadja Spanopoulos

Bilder: Elżbieta Sadowska

Eigentlich dachte ich, dass ich nie an einem Wettkampf teilnehmen würde und schon gar nicht gleich an der AIDA Polish Depth Championship. Dieses Jahr hatte ich auch noch richtig Pech und war Wochen lang nach einem Blinddarmdurchbruch aus dem Wasser und gleich zwei mal unterm Messer.

Dann war Badtraining wegen der Coronapandemie kaum möglich. Eine wirklich verwirrende Zeit, die uns leider alle noch in Atem hält. Aber sobald ich konnte, bin ich immer wieder mal zum See in der Nähe meines Wohnortes gefahren um in mein Lieblingshobby, das Tauchen mit und ohne Gerät, wieder einzusteigen.

An diesem See begegnete ich auch Jens Stoetzner gelegentlich, der dort gerne trainiert. So auch kurz vor dieser Competition. Er erzählte von dem sehr schönen Ort in weiter Natur, von dem urigen Häuschen oberhalb des Sees in dem man untergebracht und bestens verpflegt wird, und natürlich dem tiefen Hańcza – See. Er würde dort hinfahren, bereits ein paar Tage vorher, Urlaub am See sozusagen. Ich solle doch mitfahren. Eine Woche später saßen wir dann im Auto und die große Fahrt begann.

Der Ort ist tatsächlich die Reise wert, und die Atmosphäre war wunderbar familiär. Es waren nur wenige Athleten da, so konnte man sich schnell kennenlernen.

Professionell organisiert wurde der Wettkampf von Marcin Baranowski, der auch als Teilnehmer startete und mit 52m CNF den polnischen Rekord getaucht ist.

Hier findet man alle Ergebnisse des Wettkampfes.

Ich habe mich vorsichtig mit dem deutschen Rekord der Frauen mit Bifins im See auseinander gesetzt. Ich hatte keine Ahnung ob ich in einer solchen Situation überhaupt tauchen könnte. Aber es hat prima geklappt und am dritten Tag wurden es schließlich 47m. Das entspricht genau der tiefsten Stelle des Sees in dem ich geübt hatte, und wurde meine dritte White Card.

Einen großen Teil an meiner erfolgreichen Teilnahme hat sicher Jens gespielt, der mir geduldig alles erklärt hat, und mich sogar gecoacht hat. Er half mir auch mit einer Lampe aus, denn der wunderschöne, von natürlich bewachsenen Ufern gesäumte und fischreiche See ist mit seiner smaragdgrünen Farbe auch dunkel.

Jens hat zwar sein Vorhaben den eigenen Rekord zu erhöhen, wegen Druckausgleichsschwierigkeiten nicht umsetzen können, aber er hält ja seit geraumer Zeit einige deutsche Rekorde und war dennoch der Teilnehmer, der von allen am tiefsten getaucht ist. Ich konnte mich des Eindrucks auch nicht erwehren, dass er es ziemlich vergnüglich empfand, dass er mich völligen Wettkampfneuling mitgebracht hat und dabei gleich ein neuer Rekord eingestellt wurde.

Auch die übrigen Athleten waren sehr erfolgreich mit einigen neuen Personal Bests und White Cards. Ganz besonders hatten wir gemeinsam viel Spaß bei dem Event in einem so schönen Rahmen. Darüber hinaus war auch noch bestes Wetter.

Eine wirklich gelungene Reise also.

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Kalamata AIDA Calm Zone Classic 2020 – Sechs White Cards https://www.aida-deutschland.de/2020/08/20/sechs-white-cards-in-kalamata/ https://www.aida-deutschland.de/2020/08/20/sechs-white-cards-in-kalamata/#respond Thu, 20 Aug 2020 07:13:42 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=9109 Weiterlesen »Kalamata AIDA Calm Zone Classic 2020 – Sechs White Cards]]> Text: Michael Stanka

Nachdem 2020 viele geplante Freediving Events und Competitions abgesagt wurden, habe ich mich umso mehr gefreut, dass mein lange gebuchter Freediving Urlaub im Juli in Kalamata stattfinden konnte, und dort sogar eine kleine Competition organisiert wurde. Die AIDA Calm Zone CLASSIC ist ein kleiner, aber feiner Wettkampf in einer familiären Atmosphäre, in der an vier Competition Tagen in allen Tiefendisziplinen getaucht wurde. Organisator war Stavros Kastrinakis und sein Freediving Club Greece, was bedeutete: Perfekte Bedingungen, warmes Wasser, und ein sicheres Set-Up mit professionellen Safety Divern und einem motorisierten Counterballast-System.

Mit Cornelius Friesendorf und mir waren zwei AIDA Deutschland Mitglieder am Start. Während es jedoch für mich mein erster Tieftauch Wettkampf war, konnte Cornelius da schon deutlich mehr Erfahrung vorweisen, zuletzt z.B. bei 2019 bei der WM in Nizza. Dementsprechend unterschiedlich waren dann auch unsere Announcements für den ersten Tag: Conny ist gleich mit einem Personal Best in den Wettkampf gestartet: 80m CWT. Ich habe es da deutlich konservativer angehen lassen, und bin mit 38m in CNF erstmal ein paar Meter unter meiner bisherigen Trainings PB geblieben. Trotz der unterschiedlichen Announcements war das Ergebnis dasselbe: 2 White Cards für uns an Tag eins. An Tag zwei hat Conny sich dann ein Paar Bi-Fins ausgeliehen, und ist damit auf 60m getaucht, gefolgt von einem 65m Bi-Fins Tauchgang an Tag drei, der ihn auf Platz zwei im Deutschen Ranking vorzurücken lies. Am vierten Wettkampftag hat Conny dann mit 72m Free Immersion das Event ausklingen lassen. Für mich war der zweite Tag leider schon der letzte Tag meines Urlaubs. Mit meinem letzten Competition Tauchgang habe ich mich mit einer White Card (43m, CNF) verabschiedet, und war sehr zufrieden damit.

Insgesamt waren es also für uns beide dann sechs White Cards in sechs Tauchgängen. Passend zur familiären Atmosphäre gab es auch für alle anderen Teilnehmer keine roten Karten, und nur drei gelbe. Es wurden viele PBs getaucht, und zwei griechische National Records.

Für mich persönlich war die Competition eine tolle Erfahrung, nicht zuletzt auch, weil mir Conny sehr viele Tipps geben konnte, und er mich spontan bei meinen Tauchgängen gecoacht hat. Ich freue mich schon auf die nächste. See you in the water!

Ergebnisse der AIDA Calm Zone CLASSIC 2020

Karte Kalamata

Informationen zu den Athleten

Michael Stanka und Cornelius Friesendorf
Kalamata
Photo: Takuya Terajima
Apnoetauchen Kalamata Michael Stanka
Photo: Takuya Terajima

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Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen https://www.aida-deutschland.de/2020/04/21/apnoetauchen-im-bezug-auf-covid-19-auswirkungen/ https://www.aida-deutschland.de/2020/04/21/apnoetauchen-im-bezug-auf-covid-19-auswirkungen/#respond Tue, 21 Apr 2020 10:07:22 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=8194 Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen sollte erst nach der nächsten Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden. Auch diejenigen, die ihrer Meinung nach nicht erkrankt waren und auch nicht entsprechend getestet wurden, sollten dies berücksichtigen.

Die jeweiligen Regelungen der Bundesländer sind natürliche ausschlaggebend und verbindlich.

Probleme sind in der derzeitig unklaren Situation, ob zum Beispiel genesene COVID-19 Patienten sich wieder anstecken können oder symptomlose und unwissend Erkrankte, die ansteckend sind.

Es gibt derzeit noch kein Massen Medikament, mit der COVID-19 geheilt werden kann. Es können lediglich die Symptome gelindert werden. Es gibt einige Ansätze zur Heilung.

In der COVID-19 Ausnahmesituation, gibt es eine unvorhersehbare Dynamik und man kann keine statischen Richtlinien und Empfehlungen erlassen, sie müssen ständig angepasst werden. Flexibilität und die Fähigkeit, bei neuen vorliegenden Informationen, schnell die richtigen Assoziationen zu bilden sind in solchen Situationen zielführend.

Auch wenn so mancher den Apnoe-Tauchsport für sich als Lebensinhalt definiert, ist er nicht lebensnotwendig.

Wir können nur an euer Verantwortungsbewusstsein appellieren und das ihr aufgrund der derzeitigen Situation entsprechend handelt.

Auch wenn das Ausüben von Sport in diesen Regelungen für uns möglich ist, sollte man jedoch unten aufgeführte Punkte bedenken, denn ein Unfall lässt sich durch willkürlich festgelegte Tiefen- oder Zeitenbegrenzungen nicht ausschließen.

  • Bei einem Blackout kommt es unweigerlich zu Körperkontakt und bedingt durch die Rettungsmaßnahmen besteht auch die Möglichkeit einer Infektion
  • Beim Auftauchen und der folgenden Erholungsatmung besteht ebenfalls die Möglichkeit der Infektion
  • Sollte ein Unfall passieren, bei dem Rettungskräfte involviert werden müssen, produziert man eine zusätzliche Belastung für das medizinische Personal. Im schlimmsten Fall auch für DLRG, Feuerwehr und Polizei.
  • Das hierbei geringste Problem wäre in diesem Fall die Außendarstellung unseres Sportes als verantwortungslose oder gedankenlose Extremsportler. Was mittelfristig auch Folgen für unseren Sport haben könnte.

Für diejenigen, die COVID-19 betroffen sind, hatten wir schon einmal einen Artikel hinsichtlich einer möglichen Lungenbeeinträchtigung in Facebook gepostet. Dieser Artikel und ein Folgeartikel sind als Information beigefügt.

Es besteht in Folge von COVID-19 auch die Möglichkeit von Lungenembolien und einer Lungenfibrose. Auch diese Diagnosen werden die Tauchtauglichkeit beeinträchtigen oder möglicherweise gänzlich ausschließen.

Aus eigenem Interesse, sollten zukünftige Tauchtauglichkeitsuntersuchungen von entsprechend ausgebildeten Tauchmedizinern vorgenommen werden.
Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf die Werte des Lungenfunktionstest und die Blutgasanalyse unter Belastung gelegt werden.
Ein Thorax CT, obwohl in der Standarduntersuchung nicht vorgesehen, sollte obligatorisch sein. Wobei dies nicht jährlich erfolgen muss, sondern zunächst für die Abklärung einer Schädigung bei den bestätigten COVID-19 Betroffenen.
Da auch die Möglichkeit besteht eine Infektion ohne Symptome zu überstehen und Tests derzeit nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden, sollte man sich im Zweifel auch um eine entsprechende Untersuchung bemühen.

Die Strahlenbelastung bei einer CT ist erheblich höher als bei einer Röntgenuntersuchung.
Bei einer Thorax CT beträgt die Belastung etwa 4,2 bis 6,7 mSv. Die durchschnittliche jährliche Strahlungsaufnahme in Deutschland liegt bei 2,1 mSv/a, diese ist jedoch abhängig vom Wohnort und den Ernährungsgewohnheiten, sie schwankt zwischen 1 mSv bis 10 mSv. Nähere Informationen beim BfS.
Die Strahlungsbelastung durch röntgen des Thorax liegt bei 0,3 mSv. Mehr Informationen Radiologische Klinik Bonn.

Covid-19-Forschung                                                          Quelle: TGR

Dauerhaft geschädigt

Die Innsbrucker Universitätsklinik hat Lungenschäden bei genesenen Covid-Erkrankten festgestellt. Die Schäden sind offenbar bleibend.

Quelle © pixabay

Röntgenaufnahme einer Lunge

Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen

Dass Covid-19 als schwere Erkrankung ernst zu nehmen ist, ist mittlerweile unbestritten. Wie sich die Spätfolgen allerdings auswirken, wird sich erst Schritt für Schritt zeigen. Besondere Gefahr droht auch genesenen Patienten im Tauchsport. Die massiven Veränderungen an der Lunge können die Unfallgefahr deutlich erhöhen, sagte der Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck, Frank Hartig.

„“Das ist schockierend, wir verstehen nicht, was hier gerade passiert.“
Frank Hartig, Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck

Er leitet die Notfallaufnahme im Klinikum und ist verantwortlicher Krisenkoordinator für Covid-19-Patienten. In der Klinik haben die Ärzte in den vergangenen Wochen dutzende Coronavirus-Erkrankte behandelt, vom symptomlosen Spreader bis hin zum Intensivpatienten an der Herz-Lungenmaschine. Unter ihnen waren auch sechs aktive Taucher, die aber alle nicht stationär behandelt werden mussten, sondern sich in Heimquarantäne auskurierten. Sie alle waren keine schweren Fälle, ihre Erkrankungen liegen fünf bis sechs Wochen zurück und sie gelten als genesen. Tauchen können sie aber alle nicht mehr. „Die Schäden an der Lunge sind irreversibel“, sagte Hartig im Gespräch mit der APA. Und das, obwohl sie bei der Kontrolle nach mehreren Wochen als klinisch gesund galten und lediglich einzelne Symptome wie Reizhusten oder reduzierte Leistungsfähigkeit aufwiesen.

„Das ist schockierend, wir verstehen nicht, was hier gerade passiert. Sie sind wahrscheinlich lebenslang Patienten, da geht es nicht darum, ob sie wieder tauchen oder nicht“, sagte der Mediziner. Die Hiobsbotschaft wurde durch Lungen-CTs deutlich. „In der Bildgebung wurden sie überhaupt nicht besser“, berichtete Hartig. „Als Notfallmediziner mit 20 Jahren Erfahrung schluckt man, wenn man bei einem 40-jährigen Patienten so etwas sieht.“

Bei der Kontrolle nach mehreren Wochen wiesen zwei Patienten bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts auf. Bei zweien waren bei Belastung die Bronchien immer noch sehr erregbar wie bei Asthmatikern. Bei vier von den sechs Tauchern zeigten sich im Kontroll-CT immer noch eindrucksvolle Lungenveränderungen. „Ich habe sogar im Röntgen angerufen, ob sie nicht die Bilder vertauscht haben, weil ein gesunder Patient vor uns saß“, berichtete Hartig. „Als sie ihre eigenen Bilder gesehen haben, war das schockierend für sie“, sagte der Mediziner. „Sie müssen mit solchen Lungenschäden regelmäßig zur Kontrolle.“

Inwieweit Langzeiteffekte an den Lungen bleiben, ist laut dem Arzt unklar und derzeit spekulativ. „Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben“, betonte der Mediziner. Beim Anblick der Befunde falle es aber schwer, „an eine völlige Ausheilung zu glauben“. Er veröffentlichte daher im Tauchsport-Fachmagazin „Wetnote“ einen Zwischenbericht, um aktive Taucher zu warnen. „Sie sollen sich nach einer überstandenen Covid-Infektion, auch wenn sie nur leichte Symptome hatten, auf jeden Fall gründlich von einem Taucharzt untersuchen lassen, auch wenn sie noch eine aufrechte Tauchtauglichkeitsuntersuchung haben“, sagte Hartig.

Keinesfalls sollen ehemalige Patienten im Sommer ohne Abklärung ihren Sport ausüben. Bereits jetzt gibt es unter Ärzten eine Debatte über künstliche Beatmung. Immer mehr Mediziner beobachten, dass sich der Zustand von Covid-19-Patienten rasch verschlechtert, sobald ihnen Schläuche in die Luftröhre geschoben und sie an ein Beratungsgerät angeschlossen wurden. Krankenhäuser in den USA versuchen deshalb seit einigen Wochen, die Beatmung so lange wie möglich hinauszuzögern. Die ersten Warnungen kamen aus Italien, wo der größte Teil der beatmeten Patienten starb.

„Gibt man ihnen zwei Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation.“
Frank Hartig, Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck

Auch in der Innsbrucker Klinik gebe es solche Beobachtungen. Patienten kommen mit niedriger Sauerstoffsättigung in die Ambulanz, bis auf erhöhte Atemfrequenz geht es ihnen den Umständen entsprechend gut, obwohl sie bei derart schlechten Blutgasen laut Lehrbuch unverzüglich intubiert werden sollten, berichtete Hartig. „Gibt man ihnen dann zwei Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen“, berichtete der Mediziner. Viele Ärzte hätten das Gefühl, dass Sauerstoff irgendwelche Kaskaden auslöst.
„Es ist beunruhigend, was wir auf der Intensivstation erleben und macht und deutlich, wie wenig wir wissen“, sagte Hartig. „Da sprechen wir mit Leuten und haben das Gefühl, sie sind über dem Berg, und zwei Stunden später sind diese sterbend“, schilderte der Notfallmediziner. Bei Schwerkranken zeige sich eben teilweise, dass Sauerstoff auch kontraproduktiv sein könne. Taucher haben beim Tauchen einen erhöhten Sauerstoff, beispielsweise wenn sie mit Nitrox, einem Gemisch aus Stickstoff mit Sauerstoff, den Sport ausüben. Das könnte zur Gefahr werden, wenn „das Lungengewebe noch empfindlich ist“, warnte Hartig. „Für diesen Sommer sind wir auf Expertenmeinungen angewiesen“, betonte er, Studien werde es erst nächstes Jahr geben.

(APA/hp)

Tauchen nach Covid-19-Erkrankung?

15. April 2020 Redaktion                                                      Quelle: Wetnotes

Zielorgan Lunge – Tauchen nach Covid-19-Erkrankung?

Dr. Frank Hartig leitet die Notfallaufnahme in Innsbruck (Tirol) und ist dort in einem Hotspot der Corona-Pandemie im Einsatz. Dabei steht sein Team vor vielen Rätseln, insbesondere was die massiven Veränderungen an der Lunge betrifft. Die ersten sechs gesundeten Taucher haben eine vorläufige Hiobsbotschaft erhalten, als es um ihre routinemäßige Tauchtauglichkeit ging.

Um euch aktuell zu informieren, gibt es den Artikel aus der Juni-Ausgabe 36 bereits jetzt als kostenlosen Download:Tauchen nach Covid-19 Erkrankung_WETNOTES-36

Und hier zum direkt lesen:

Liebe WETNOTES-Leser,

mittlerweile gehört die Corona-Pandemie zum Alltag und die Bestrebungen zu einer möglichst raschen Normalisierung auf allen Ebenen werden immer ungeduldiger geführt. Für uns Taucher möchte ich aber brandaktuell ein paar wichtige Beobachtungen aus der Realität und der Forschungspipeline abzweigen. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich zurzeit nicht als Taucherarzt, sondern als Intensiv- und Notfallmediziner seit vielen Wochen mitten an der Front verantwortlich. Ich möchte nicht auf den Zug der sogenannten Experten aufspringen. Ich schreibe euch nur so viel, dass es den sogenannten Corona-Experten überhaupt nicht gibt, weil wir alle täglich Neues dazulernen und viele Bücher neu geschrieben werden müssen. Auch die Virologen oder Epidemiologen können uns aktuell nur wenig helfen, auch wenn sie täglich in Interviews und Beiträgen zitiert werden. Momentan sind wir alle erst im Nachhinein schlauer. Die unzähligen Berichterstattungen spiegeln die gesamte Bandbreite von seriöser Berichterstattung bis hin zu Verschwörungstheorien wider.

Beunruhigende Fakten
Als COVID-19 behandelnder Arzt jedoch, der definitiv kein Experte ist, möchte ich euch auf ein paar spannende, aber auch beunruhigende Fakten aufmerksam machen, die uns Taucher betreffen werden.

In den letzten Wochen hatten wir COVID-19-Patienten aller Altersstufen vom symptomlosen Spreader bis hin zum Intensivpatienten an der Herz-Lungenmaschine. Die Lunge ist eines von mehreren Zielorganen, und das interessiert uns Taucher klarerweise.
Unter den Erkrankten waren auch sechs aktive Taucher. Nachdem wir in den ersten Tagen Wartezeiten von bis zu 32 Stunden auf die Testergebnisse hatten (sog. PCR-Test) wurde von den Radiologen beobachtet, dass ein CT der Lungen dermaßen typische Veränderungen ergab. So ging man rasch dazu über, zusätzlich zur PCR-Testung großzügig dieses Thorax-CT zu machen. Selbst bei Patienten ohne Husten oder Atemnot mit nur Fieber und verdächtigen COVID-Kontakten wurde das CT erfolgreich gemacht. Im Falle typischer Veränderungen wurde dann der Patient mit Corona-Pneumonie auf die Verdachtsstation aufgenommen, bis zum Testergebnis. Mittlerweile ist dieses Wissen auch publiziert und die Diagnostik bedarf also nicht immer einer positiven PCR-Testung im Abstrich, sondern mittlerweile genügt oft auch das typische CT-Bild.

Interessant war und ist, dass es eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen den Befunden und dem Empfinden der Patienten gibt. Junge Leute im besten Taucheralter kommen zu Fuß in die Notfallaufnahme, haben normale Vitalparameter und benötigen subjektiv keinen Sauerstoff. Und dann haben sie diese eindrucksvollen beidseitigen Infiltrate in ihren Lungen, die ausschauen, als ob man ein, zwei Tücher in einen Eimer Öl hängt und wieder rauszieht und aufhängt. Andere Patienten haben das gleiche Bild und kommen mit einer erniedrigten Sauerstoffsättigung in die Ambulanz. Bis auf eine erhöhte Atemfrequenz, die die Patienten kaum selber bemerken, geht es ihnen den Umständen entsprechend gut, obwohl sie derart schlechte Blutgase haben, dass man laut Lehrbuch unverzüglich an eine Intubation denken sollte. Gibt man jenen dann 2 Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen. Das Gefühl, als ob der Sauerstoff irgendeine Kaskade auslöst, haben ganz viele Kollegen. Niemand von uns weiß genau, was hier vor sich geht. Es mutet oftmals unheimlich an. Vergessen wir aber nicht die circa 80% der Patienten, die das alles wegstecken, als ob es nix wäre.
Mit ein Auslöser für diesen Zwischenbericht ist ein Beitrag eines der weltweit anerkanntesten Taucher/Tauchmedizinexperten und Grandsenieurs der Szene, der fordert, man könne Corona heilen, wenn man die Menschen mit einer HBO/Druckkammertherapie behandelt. Das beweist, wie weit weg jene Kollegen von der Front tausende Meilen vom Patienten entfernt an ihren Schreibtischen grübeln und nur das Beste für uns wollen.
Spannend sind nun die ersten Kontrollen dieser sechs Taucher, die nach 5 bis 6 Wochen klinisch gesund zur Kontrolle kamen. Bei zweien sahen wir bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts. Bei zweien bei Belastung immer noch sehr erregbare Bronchien wie beim Asthmatiker. Bei vier von den sechs Tauchern im Kontroll-CT immer noch eindrucksvolle Lungenveränderungen.

Wie es weitergeht, ist völlig unklar, aber für den WETNOTES-Leser wird jetzt klar, auf was ich hinauswill:
Keiner von den sechs Tauchern kann vorerst trotz Wohlbefinden fürs Tauchen freigegeben werden.
Junge tauchende COVID-Gesundete, die wieder rasch tauchen wollen und im ersten Moment gesund wirken, könnten uns durch die Lappen gehen.
Auffallende Lungenshunts durch die Lungenkonsolidierungen sind nicht gut fürs Tauchen.
Bronchiale Übererregbarkeit/Asthma sind nicht gut fürs Tauchen.
Hypoxämie bei Belastung ist nicht gut fürs Tauchen.
Eine erhöhte Anfälligkeit für pulmonale Sauerstofftoxizität ist nicht gut fürs Tauchen.
Und Infiltrate/Konsolidierungen (Lungenareale, die nicht richtig belüftet sind) sind sowieso strenge Kontraindikationen fürs Tauchen jeglicher Art.
Diese Effekte gelten selbstverständlich auch fürs Freitauchen und fürs Sporttauchen.

Folgeschäden?
Inwieweit Langzeiteffekte an den Lungen bleiben, ist unklar und derzeit spekulativ. Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben. Oft fällt es beim Anblick der Befunde schwer, an eine völlige Ausheilung zu glauben. Fest steht, dass jene Taucher, die sich im Großen und Ganzen wieder gesund fühlen, offensichtlich auch nach vielen Wochen immer noch gravierende Befunde aufweisen, die in keiner Weise zu einer Tauchtauglichkeit führen.
Auch innerhalb der Taucherärzte werden in den nächsten Monaten diese Untersuchungen kontrovers diskutiert werden müssen, nämlich ob man Taucher nach einer COVID-Infektion anders oder ausführlicher untersuchen sollte. Aktuell ist ja bei dieser geringen Fallzahl alles noch hypothetisch und weitere Studien werden nächstes Jahr mehr Klarheit bringen. Aber wir sind sehr wachsam.

Nicht leichtsinnig sein

Meine persönliche Einschätzung ist, dass sich gerade der aktive Taucher nach einer überstandenen COVID-Infektion aus tauchmedizinischer Sicht sehr gründlich von einem erfahrenen Taucherarzt untersuchen lassen sollte. Und noch besser: Ein Tauchprofi sollte alles tun, um nicht leichtsinnig an COVID-19 zu erkranken, daher sind Gruppentauchgänge/Tauchausflüge mit dem Vermerk »alles, nur kein Out-of-Gas-Manöver trainieren« in keiner Weise zu empfehlen und nicht wirklich professionell.
Wir haben bei uns in Tirol leider auch sehr viele junge Patienten auf der Intensivstation. Hier geht es bei weitem nicht ums Tauchen, sondern primär um bloßes Überleben.
Unsere Beobachtungen nehmen gerade Einklang in die Publikationen, und wir werden sicherlich auch von anderen Forschergruppen diesbezüglich nächstes Jahr mehr erfahren. Der WETNOTES-Leser bleibt hier am Ball.

Vielleicht hilft uns die Vorstellung, dass der so harte Tauchentzug oder gar der finanzielle Ruin durch diese Maßnahmen uns letztendlich hoffentlich vor einer noch größeren Katastrophe bewahren können.

Gut Luft, wo immer ihr seid,
Frank Hartig

Dr. Frank Hartig ist leitender Oberarzt im Innsbrucker Uniklinikum (Schockraum, Notfallaufnahme) und verantwortlicher Krisenkoordinator/Katastrophenbeauftragter für SARS-Covid-19-Patienten.

Lungen-CT eines 40-jährigen Patienten, 6 Wochen nach Covid-19-Infektion, subjektiv fühlt er sich wohl, bei Anstrengung (5 Kniebeugen) Sauerstoffsättigungsabfall als Zeichen eines Lungenshunts. Beidseits massive Konsolidierungen und Infiltrate.

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XX Trofeu Cavalldemar und 8. ASKÖ Cup: Starke deutsche Wettkampfbeteiligung in Innsbruck – André Grabs erhält Gold https://www.aida-deutschland.de/2020/03/02/11th-riga-freediving-cup-2020/ https://www.aida-deutschland.de/2020/03/02/11th-riga-freediving-cup-2020/#comments Mon, 02 Mar 2020 20:07:00 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=8135 Weiterlesen »XX Trofeu Cavalldemar und 8. ASKÖ Cup: Starke deutsche Wettkampfbeteiligung in Innsbruck – André Grabs erhält Gold]]> Bereits am Sonntag, den 23. Februar 2020 fand in Innsbruck der 8. ASKÖ Cup statt. Am Start waren 30 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer aus 9 Ländern. Darunter waren auch 9 Aida Deutschland Mitglieder: Marion Glas, André Grabs, Heinz Kirschner, Robert Klosko, Narciso Quijano Fraile, Jochen Scheel, Matthias Teubner und ich. Der Wettkampf wurde konzentriert  an einem Tag in den Disziplinen sta und dnf ausgetragen, und dass wie jedes Jahr, in einem Schwimmbad mit atemberaubendem Ausblick. Das Team um Wolfgang Hagleitner und Christian Fötinger, alias Rossi hat es auch dieses Mal wieder geschafft einen liebenswerten und professionell organisierten Wettkampf durchzuführen. Alles lief wie am Schnürchen. Und es war auch sehr schön wieder unsere Moni als Judge dabei zu haben!

Judges in Innsbruck: Moni, Paul und Henriette

Den Anfang in Sta machten Heinz und ich. Während Heinz mit 5:22 noch meilenweit von seinem PB von 6:08 entfernt war konnte ich ein PB mit 5:19 aufstellen, was den dritten Platz in der Profi Wertung bedeutete.  Allerdings wurde ich wenig später wohlverdient von meiner Berliner Vereinsfreundin Fang, einer Newcomerin mit 5:31 geschlagen. Sie wurde in der extra Newcomer Wertung gerechnet.

Pool Uni Innsbruck

Marion Glas und Andreas Berger waren das nächste Duo in den Startzonen. Beide konnten weiße Karten tauchen, Marion mit 2:34 und Andreas mit 5:00 min. Anschließend starteten Matthias, Narciso und André mit 4.12, 5:03 und 6:03 min.

weiße Karte für Andreas Berger nach sta

Robert tauchte leider in dieser Disziplin bei 5:35 Minuten ein paar Sekunden zu spät auf und bekam das Oberflächenprotokoll nicht innerhalb der vorgeschriebenen 15 Sekunden hin. Doch nach den AIDA Regeln hat er Glück im Unglück und durfte zumindest noch einmal bei dnf antreten. Nach einem BO wäre ihm das versagt geblieben. Er konnte sich im anschließenden dnf Tauchgang mit 126 Metern die Bronzemedaille sichern. Chapeau!

Narciso Quijano Fraile beim dnf start

In dnf  tauchte Marion  bei 63 m  sauber auf und bekam ihr zweite weiße Karte. Weiße Karten gab es ebenso für Narciso, Matthias und Andreas. Narciso tauchte entspannte 86m weit, da war noch viel Luft bis zur persönlichen Bestmarke.  Doch Andreas und Matthias meinten es an diesem Tag ernst und tauchten PBs: Matthias  mit 112 m und Andreas mit 115 m. Heinz Kirschner hingegen ging es dieses Jahr schlau an. Er hat aus dem letzten Jahr gelernt und tauchte saubere 97m. Damit hat Heinz in sta und dnf einen gelungenen Wettkampf hingelegt.

Heinz Kirschenr konzentriert vor dem dnf Start

André Grabs tauchte zum vierten Mal den Innsbrucker Wettkampf, und ist somit schon ein Urgestein. Machte er es letztes Jahr noch sehr spannend und ging dann leider nach vermasseltem Surface Protocol mir rot nach Hause, konnte er dieses Jahr den Cup für sich entscheiden! Er bekam weiß oder eben Gold  für seinen langen Tauchgang von 156 m. In sta unterlag er mit 6:03 dem Slowenen Alan Pavlic mit 6:48 und dem Schweizer Roland Rogenmoser mit 7:03. Nach Punkten in der Gesamtwertung konnte André den Wettkampf für sich entscheiden. Großartig gemacht, André!

André Grabs

Herzlichen Glückwunsch zu einem sehr erfolgreichen ersten Wettkampf geht an das AIDA Deutschland Mitglied Jochen Scheel, dem mit 5:18 und 119m ein beachtlicher Einstieg gelang!

Jochen Scheel

Ein herzliches Dankeschön an Alpnoe.org für das Bereitstellen der tollen Bilder!

8. Tyrolean ASKÖ Cup Innsbruck 2020

Zeitgleich zu dem Wettkampf in Innsbruck fand der XX Trofeu Cavalldemar in Barcelona statt, an dem Marius Nogueras teilnahm. Er konnte, mit unerfahrenem Coach und unter den interessierten Augen seiner kompletten Familie, kontrolliert und überlegt 4:59 und 150m mit der Monoflosse tauchen. Er wurde Dritter in dynamic, der Zweitplatzierte tauchte die gleich Weite, hatte allerdings höher announced. Alles in allem auch ein gutes Wettkampfwochenende für ihn.

Marius Nogueras mit Eva Raimundez Kuhlmann in Barcelona
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11th Riga Freediving Cup 2020 https://www.aida-deutschland.de/2020/02/10/11th-riga-freediving-cup-2020-2/ https://www.aida-deutschland.de/2020/02/10/11th-riga-freediving-cup-2020-2/#respond Mon, 10 Feb 2020 14:42:00 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=8360 Weiterlesen »11th Riga Freediving Cup 2020]]> An dem 11. Wettkampf in Riga nahmen 57 Athleten aus 15 Ländern teil, darunter auch wir, Marius, Conny, Fernando und ich. Wir hatten fest mit Barbara gerechnet, leider konnte sie leider doch nicht  kommen. Dabei ist sie doch eine der treuesten Teilnehmerinnen von Riga! 

Es war wieder einmal ein super professionell organisierter Wettkampf mit einer sehr warmherzigen Atmosphäre.  Nach der ersten Freude über das Wiedersehen so vieler guter Freunde, gab es leider auch einige traurige Momente, der Tod von Carla Hanson bedrückte einige Athleten, Judges und Organizer, alle die sie kannten. Während der Eröffnung des Wettkampfs gab es eine Schweigeminute ihr zum Gedenken.

Der erste Wettkampftag startete für uns alle gut. Conny konnte ausschlafen, er schonte sich aufgrund eines gerade überstandenen grippalen Infektes und wir anderen 3 lieferten in Statik ganz ordentlich. Ich tauchte exakt wieder mein Pb. Vielleicht auch ein bisschen mehr. Eine Zeit von 5 min und  2 Sekunden und 91 Millisekunden.  Marius Tauchgang lief auch sehr gut, er kann gut einschätzen, wann er auftauchen muss und zwinkerte sich amüsiert durch das Oberflächenprotokoll bei 5.19. Wir mussten lachen.

Riga 2020 - Fernando und Marius
Riga 2020 Fernando und Marius

Fernando hatte aufgrund von fehlendem Training keine Erwartungen, verpasste das Startzeitfenster um eine Sekunde und bekam auf seine sehr gute Statik Zeit von  6:29. Es waren eigentlich 6:30 doch minus penalty von 1 sec. Mit diesen Ergebnissen konnten wir schonmal sehr zufrieden sein, tauchten wir doch alle sehr nah an unsere persönlichen Bestleistungen heran.

Eigentlich hätten wir dann alle so weitermachen sollen, aber das habe nur ich mir wirklich zu Herzen genommen. Marius beeindruckte alle mit einer Eleganz in seinem dnf Stil, hatte aber den Kopf nicht dabei. Er tauchte einfach bei 74 m auf. Ich konnte 135m tauchen. Das reichte für den zweiten Platz nach Agnieszka Kalska. Mittlerweile kennen wir den Pool da und ich mag ihn. Allerdings achte ich zum Ende eines Tauchgangs darauf, ob sich mein Blickfeld verändert, und das lässt sich in diesem Pool, der keine Fliesen hat, sondern nur aus einem weißen Rauschen besteht nicht einschätzen. Daher entschied ich einfach, dass es jetzt eben gut ist und ich auftauche.

Conny tauchte  124m und konnte aufgrund seiner Größe auch einfach stehen im tiefen Becken, was ganz glücklich war, da er einen Minisamba hatte. So finden sich die Dinge ganz gut.

Fernando eiferte leider Marius nach, und tauchte bei 109 m auf. Mit diesen dnf Ergebnissen waren Marius und Fernando natürlich nicht zufrieden.

Der zweite Wettkampftag war in einem anderen Schwimmbad und morgens trafen sich daher alle, um gemeinsam mit dem Bus zur Kipsala zu fahren. Der 50m Pool dort erschien mir immer unendlich lang, da man immer vom Kopfende das Becken schaut und der zweite Wettkampftag dann auch anstrengend wird. Man spürt meistens die Reise und die Tauchgänge des Vortages in den  Knochen. Den Anfang machte wieder Marius, der diesmal auch ein Warmup tauchte. Er überlegt, ob ihm Warmups auch in Zukunft helfen können, sich besser zu fokussieren. Dieser Tauchgang ist im Ergebnis  von 133 m zwar auch hinter seinen Leistungen, aber er fühlte sich schon wesentlich besser an.

Riga 2020 - Pool
Riga 2020 Pool

Ich war während meines Tauchgangs auch am Überlegen, ob ich abbreche, konnte mich aber zu nichts wirklich entschließen und tauchte daher 170m. Das wurde Platz 3 in der Dynamic Wertung. Fernando stellte dann einen neuen spanischen Rekord auf in BiFins mit 149m. Herzlichen Glückwunsch dazu! Er tauchte souverän und sehr sauber. Er hat seine Geschwindigkeit etwas angepasst, seine Bewegungen waren aber immer noch extrem langsam und entspannt. Mit dieser Leistung hätte er eine Silbermedaille erhalten, hätte es eine Einzelwertung für BiFins gegeben.

Conny witzelte noch bis 3 Minuten vor seinem Tauchgang und ulkte auch schon mit Daan, dem Fotografen, bevor er die weiße Karte bei 153m sah. Die gute Laune ist wirklich was zum Abschauen. Obwohl sich Conny durch ständige Erkältungsbeschwerden nicht auf den Wettkampf vorbereiten konnte, lief der Wettkampf für ihn wirklich sehr gut.

Riga 2020 - AIDA D Members
Riga 2020 – AIDA Deutschland Mitglieder

Leider konnten Marius, Fernando und ich nicht als Team TCB Berlin starten. Wir hatten das fest geplant und wollten als Team unser Bestes geben, leider machte uns da die Nationalität oder die bei AIDA International eingetragene Nationality ein Strich durch die Rechnung. Wir hätten sonst in der Teamwertung den 2. Platz belegt. Außer uns erging es auch Liv, Mik und Morten, den „Three Other Otters“. Ein Team von Athleten aus 3 verschiedenen Ländern, die aber ihren Trainingsalltag im gemeinsamen Wohnort teilen. Es wäre schön, es gäbe da blad eine andere faire Lösung zur Teambildung.

Zumindest ich konnte mich noch über den 3. Platz in der Gesamtwertung freuen und einen großartigen Preis über  eine Woche Training bei Infinity freediving auf Zypern.

Riga 2020 - Siegerehrung
Riga 2020 – Siegerehrung

Nach der schönen Siegerehrung waren wir mit den Veranstaltern Yulia, Alexey und Valeriy und vielen Teilnehmern Abendessen und feiern in einem kleinen Restaurant am See. Riga war wieder ein schöner Kurzurlaub und ein toller Wettkampf.

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https://www.aida-deutschland.de/2020/02/10/11th-riga-freediving-cup-2020-2/feed/ 0
Jahreshauptversammlung AIDA Deutschland e. V. https://www.aida-deutschland.de/2019/11/27/jahreshauptversammlung-aida-deutschland-e-v/ https://www.aida-deutschland.de/2019/11/27/jahreshauptversammlung-aida-deutschland-e-v/#respond Wed, 27 Nov 2019 20:18:29 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=8041 Weiterlesen »Jahreshauptversammlung AIDA Deutschland e. V.]]>

Es steht die Jahreshauptversammlung wieder an.
Sie wird am Samstag, 29.  Februar 2020 um 13:30 Uhr in Siegburg stattfinden.

Adresse:

Friendly Cityhotel Oktopus
Zeithstraße 110
53721 Siegburg

http://www.oktopus-siegburg.de/web/oktopus/27888/index.html

Der genaue Zeitplan und die Tagesordnung wird es gegen Ende Dezember geben.

2 Punkte die schon feststehen:

  •  planmäßige Wahl des Vorstandes. Der bisherige Vorstand stellt sich zur Wiederwahl. Wer Interesse hat ein Amt zu übernehmen kann sich natürlich ebenfalls zur Wahl stellen.
  • Satzungsänderungen, hinsichtlich der Neuausrichtung von AIDA Deutschland

Du bist hiermit auch aufgefordert eigene Punkte, die dir wichtig sind für die Tagesordnung vorzuschlagen. Bitte beachte die Fristen.

Wir benötigen auch andere personelle Unterstützung und würden uns über entsprechende Meldungen freuen.

Wir haben einige Plätze im Dive4Life belegt, falls Interesse besteht nach der Versammlung seinem Bewegungsdrang nachzugeben.
https://dive4life.de/

Wir bitten um Rückmeldung wenn dies der Fall ist.

Die besten Grüße

Michael Nedwed
Vorsitzender

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https://www.aida-deutschland.de/2019/11/27/jahreshauptversammlung-aida-deutschland-e-v/feed/ 0
Deutsche Meisterschaft 2019 https://www.aida-deutschland.de/2019/11/05/deutsche-meisterschaft-2019/ https://www.aida-deutschland.de/2019/11/05/deutsche-meisterschaft-2019/#comments Tue, 05 Nov 2019 14:51:12 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=7973 Weiterlesen »Deutsche Meisterschaft 2019]]> In einen AIDA-Bericht über die Deutsche Meisterschaft 2019 mit einem dicken Lob an den Vorstand zu starten mag vielleicht ein wenig seltsam anmuten. Ich halte das aber in diesem Fall für durchaus angemessen, denn was da in der nur kurzen zur Verfügung stehenden Zeit von Martin Dubiel und Michael Nedwed organisiert und mit zahlreichen Helfern und Freiwilligen am letzten Wochenende in Leipzig auf die Beine gestellt wurde, war allemal einer Deutschen Meisterschaft würdig. Neben der reibungslosen Durchführung bestachen die tollen Wettkampfbedingungen in den beiden Bädern, die freundliche und zugleich professionelle Atmosphäre, die Vielzahl der Safeties, Judges und sonstigen Helfer, die alle einen engagierten Job machten sowie die zahlreichen Sponsoren, die ihre Unterstützung für den Wettkampf zusagten und tolle Preise zur Verfügung stellten. Besonders erfreulich war es, wie viele Neulinge sich in Leipzig zum ersten Mal zu einer Teilnahme an einem Wettkampf entschlossen – genauso erfreulich wie die Tatsache, dass es trotz der vielen Unerfahrenen (Newcomer) und dem besonderem Leistungsdruck (Deutsche Meisterschaft) bei insgesamt 67 Tauchgängen nur zu 5 Roten Karten kam.

Apnoetauchen Safetey
Ein aktives Eingreifen der aufmerksamen Safety´s war an diesem Wochenende glücklicherweise nur selten erforderlich

Neben den Titeln in den Disziplinen Statik (STA), Dynamik mit Monoflosse (DYN), Dynamik mit Bifins (DYNB) und Dynamik ohne Flossen (DNF) gab es auch eine Wertung für die Newcomer. Weiter gab es eine auch Nicht-AIDA-Deutschland-Mitgliedern offen stehende Competition-Wertung, zuletzt wurden auch noch die Rookies 2019 (erstes Wettkampfjahr) ausgezeichnet.

Obwohl der Wettbewerb zum ersten Mal in Leipzig ausgetragen wurde, war nicht viel Überredungskunst notwendig, um auch einige hochkarätige Athleten aus dem Ausland anzuziehen. So gaben sich zum Beispiel die Dänin Anna-Marie Christiansen, der Österreicher Ralph Staudigl und der Schwede Valdemar Karlsson die Ehre. Alle drei sollten es mit phantastischen Leistungen zurückzahlen, die mit Podiumsplätzen in der Gesamtwertung belohnt wurden. Besonders hervorzuheben sind die 08:29min von Karlsson, welche im internationalen AIDA-Ranking die drittbeste Zeit des Jahres 2019 bedeuteten, die persönliche Bestleistung von Ralph mit der Monoflosse auf 170m oder die 160m in DYNB durch Anna-Marie, welche einen neuen dänischen Nationalrekord bedeuteten.

AIDA Gesamtsieger DM Leipzig 2019
Die Gesamtsieger kommen aus Skandinavien: Anna-Marie Christiansen (Dänemark) und Valdemar Karlsson (Schweden)

Aufgestellt wurde auch der deutsche DYNB-Rekord, der (mit Einführung der separaten DYNB-Wertung als neuer Disziplin) Anfang des Jahres auf 75% des Deutschen DYN-Rekordes festgesetzt wurde (und der – so fair und anerkennend wir den alten Rekorden gegenüber bleiben wollen, von Tom Sietas ebenfalls mit Bifins aufgestellt wurde). Die für die neue Bestmarke errechneten 167m wurden von Thomas Plum mit seinem Tauchgang auf 178m deutlich übertroffen, nachdem zuvor Jens Stoetzner wie auch schon in Wiesbaden äußerst knapp daran gescheitert war. Für mich war es an dem Wochenende bereits der fünfte Anlauf gewesen, die Marke zu knacken, die ich ein Jahr zuvor (allerdings noch ohne den Druck eines möglichen Rekordes im Hinterkopf) mit 175m noch sauber hatte tauchen können. Mal wieder ein weiteres Beleg dafür, welchen Aspekt mentale Stärke in unserem Sport für Leistungen im individuellen Grenzbereich spielt – deswegen gratuliere ich Thomas nicht nur stellvertretend für AIDA-Deutschland, sondern ganz besonders herzlich auch als Konkurrent und Mitstreiter.

Gestartet wurde der zweitägige Wettbewerb am Samstag in der Disziplin DNF im 25m-Becken.

Bei den Damen erreichte die Dänin Anna-Marie Christiansen mit 139m die größte Weite. Da Heike Schwerdtner für ihren Tauchgang auf 128m leider die rote Karte bekam, konnte sich die Berlinerin Anna Lechermann in ihrem erst zweiten Wettbewerb gleich über den Meistertitel in DNF freuen. Sie muss das geahnt haben, konnte sie nach ihrem Tauchgang auf 113m einen Lachanfall nur schwerlich unterdrücken und sich zum Ableisten des Oberflächenprotokolls innerhalb der zur Verfügung stehenden 15 Sekunden überreden lassen. Birgit Wesemann kam auf 107m, was ihr die Silbermedaille einbrachte. Bronze ertauchte sich Anke Schmidt mit 66m, die auch Newcomerin des Jahres wurde. Svenja Hirschhausen startete durch Handverletzung „gehandicapt“, ihr gelang es leider nicht, ihr Announcement von 75m zu erreichen, sie kam auf 50m, musste allerdings noch Minuspunkte aufgrund des nicht erreichten Announcements hinnehmen.

Bei den Herren dominierten der Schwede Valdemar Karlsson (161m), Thomas Plum (156m) und knapp dahinter Jens Stoetzner (154m) das Feld. Die Bronzemedaille in der nationalen Wertung konnte sich der schon in den letzten Wettbewerben stark auftrumpfende Patrick Thümmler mit 119m sichern. Minja Marinkovic, der sich einen Tag später noch über die Rookie des Jahres-Auszeichnung freuen durfte, kam auf 108m, aufgrund der höheren Vorgabe vor dem punktgleichen Ralph Staudigl. Florian Grauer tauchte 107m, Mike Börner erreichte für ihn sehr starke 105m, genau 100m waren es für Andreas Buchenau. Anton Martel, der sich später die Newcomer-Auszeichnung bei den Herren sichern sollte, tauchte 80m. Marius Nogueras haderte ein wenig mit sich und seinen erreichten 79m, da er im Training und auf Competitions sonst deutlich weiter tauchen kann. Er sollte das Ruder aber am zweiten Wettkampftag noch herumreißen können. Peter Wieghofer (2. Platz bei den Neulingen) kam auf 63m. Für Roger Günther reichte es in seinem ersten Wettkampf für 56m. Nicht in die Wertung kamen Benjamin Schell (79m), Evgenij Ivcenko (93m) und Wolfdietrich Meyer (100m) aufgrund von Disqualifikation.

Thomas Plum vor dem Start (DNF)

Am zweiten Tag standen die Disziplinen STA, DYN und DYNB auf dem Programm. Wie schon in DNF dominierte auch hier Anna-Marie, der die doch recht warmen Temparaturen in dem kleinen Becken nichts ausmachten und die 06:13min mit dem Kopf unter Wasser blieb. Heike Schwerdtner reichten 05:47min zum Verteidigen ihres Deutschen Meistertitels, knapp dahinter folgten Birgit Wesemann (05:39min) und mit größerem Abstand Anna Lechermann (04:00min) auf den Plätzen. Ludmilla Eimer tauchte 03:43min, Anke Schmidt kam auf 03:20, Susanna Dietz auf 03:16. Ihre zweite gelbe Karte und einen damit einhergehenden Penalty musste Svenja Hirschhausen hinnehmen, die mit 03:26min erneut an ihrer eigenen Vorgabe scheiterte.

Bei den Männern blieb Valdemar Karlsson erwartungsgemäß das Maß aller Dinge, die 08:29min waren die drittbeste Statikleistung weltweit für das Jahr 2019 und bedeuteten für ihn eine Wildcard für die Weltmeisterschaften im nächsten Jahr. Bester Deutscher wurde Patrick Thümmler mit starken 06:43min. Der routinierte 6min-Taucher Ralph Staudigl kam auf 06:04min. Andreas Buchenau hielt es 05:42min aus, Minja Marinkovic 05:29. Eine persönliche Bestleistung bedeuteten die 05:26min für Marius Nogueras, 5min+ erreichten noch Evgenij Ivcenko (05:06min) und Anton Martel (05:03min). Roger Günther ist noch nicht lange beim Apnoetauchen dabei. Trotzdem schaffte er im Training schon Zeiten von 05:30min. Unter Wettkampfbedingungen erreichte er am Sonntag in seinem ersten Wettkampf 04:28min. Für mich lief es überhaupt nicht, der Kopf spielte nach dem bereits enttäuschenden Vortag erneut nicht mit – ich brach meinen Tauchgang genervt nach 04:22min ab. Mike Börner tauchte 04:07min, Peter Wieghofer kam auf 03:21min. Für gewisse Erheiterung sorgte Thomas Plum, der zwar nicht als STA-Spezialist bekannt ist, mit 02:55min aber ebenfalls deutlich unter dem Erwartbaren blieb und aufgrund von fünf zur Vorgabe fehlenden Sekunden gelb kassierte. Er nahm es mit Humor – er schien schon zu wissen, wofür er sich die Körner aufgespart hatte. Ebenfalls mit Gelb weil unter dem Announcement bewertet wurde der Tauchgang von Benjamin Schell (02:03min).

Patrick Thümmler in Vorbereitung auf seinen Statik-Tauchgang

Im 50m-Becken wurden dann nach einer Pause die Streckentauchdisziplinen zuerst mit der Monoflosse, dann mit den Bifins ausgetragen.

Heike Schwerdtner tauchte starke 170m und holte sich ihren zweiten Meistertitel, Anna Lechermann kam mit 141min auf Platz 2 und Susanna Dietz brachte es mit 125min zur Bronzemedaille. Svenja Hirschhausen erreichte 75m. Bei den Herren tauchte Valdemar Karlsson 190m weit, Patrick Thümmler holte sich auch in dieser Disziplin den Titel mit 175m. Mit persönlicher Bestleistung von 170m beendete Ralph Staudigl den für ihn sehr erfolgreichen Wettkampf. Silber in der nationalen Wertung erreichte Marius Nogueras mit 138m, Bronze Anton Martel mit 84m.

Im letzten Wettbewerb kamen Anke Schmidt auf 80m, Ludmilla Eimer erreichte 90m und Birgit Wesemann brachten Willensstärke, ein neues Halsblei und tolle 111m die Goldmedaille ein.

Bei den Herren endete der Tauchgang von Roger Günther nach 87m leider mit einer roten Karte, da er nach dem Auftauchen die Atemwege nicht über Wasser halten konnte. Evgenij tauchte 53m weit, auf 80m brachte es Peter Wieghofer, 89m gelangen Benjamin Schell. Mike Börner bestätigte seine guten Vorleistungen aus den beiden anderen Disziplinen mit 105m. Andreas Buchenau gelangen starke 116m, Minja Marinkovic 120m. Der Showdown um die Plätze in DYNB bei den Herren war spannend. Der zuerst tauchende Jens Stötzner verpasste den Deutschen Rekord um einen Meter – er kam auf 167m, welche ihm die Silbermedaille einbringen sollten. Thomas und ich tauchten zeitgleich. Nach den für mich enttäuschenden Tauchgängen unmittelbar davor und so manch durchwachsenen Leistungen der Vormonate bin ich ganz erleichtert und froh, den Kopf überhaupt frei bekommen zu haben. 159 Meter wurden es für mich, was die Bronzemedaille bedeutete. Nicht zu schlagen blieb an diesem Tag Thomas Plum, der erst nach 178m kontrolliert nach oben kam und sich zu Recht die Goldmedaille ergattern konnte.

Dei Teilnehmer der Deutschen AIDA Meisterschaften 2019

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Authentic Big Blue 2019 in Amorgos https://www.aida-deutschland.de/2019/10/31/authentic-big-blue-2019-2/ https://www.aida-deutschland.de/2019/10/31/authentic-big-blue-2019-2/#respond Thu, 31 Oct 2019 15:38:57 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=7957 Heinz Kirschner
Photo: Michael Kaziales

Heinz: Jeder, zumindest jeder, der auch nur irgendwas mit dem Tauchsport generell zu tun hat, dürfte den Film „Im Rausch der Tiefe“ oder „The Big Blue“ von Luc Besson kennen.
Jean-Marc Barr und Jean Reno spielen darin in Anlehnung an die Biografien der berühmten Taucher Jaques Mayol und Enzo Maiorca die Hauptrollen und jagen sich gegenseitig Rekord um Rekord ab.
Letztes Jahr hatte der Film sein 30 Jähriges Jubiläum seit seiner Erstvorführung in den 80ern. Entscheidende Szenen wurden hier auf Amorgos gedreht und zumindest mir hatten sich diese so tief ins Gedächtnis eingebrannt, das „Apnoetauchen“ für mich quasi untrennbar mit dem Gefühl, mit den Emotionen, die einem auch dieser Film ein wenig mit seiner wundervollen Bildersprache vermittelte, verbunden war.

In Anlehnung an diesen Film wurde nun hier, exakt am Originalschauplatz von damals, schon zum dritten Mal von den Veranstaltern Vivi Draka und Dimitris Koumoulos ein internationaler Tieftauchwettkampf organisiert. Eine schlaue und nur allzu nachvollziehbare Idee…
Denn wo sonst sollte sich dieses Gefühl besser erleben lassen als hier, an eben jenem Ort, wo mit dem Film für so viele gewissermaßen „alles anfing“? Wenigstens meine Motivation hierher zukommen war durchaus auch davon geprägt, einmal genau wie Jacques und Enzo hier tauchen zu wollen.
Und so kamen nun schon zum dritten Mal Freediver der ganzen Welt hier zusammen, um sich hier wie vor 30 Jahren miteinander zu messen und in dem wundervollen „Big Blue“ zu tauchen.
Das Meer ist dort übrigens wirklich, das sah ich mich bei fast jeder Gelegenheit und voller Faszination schier gezwungen zu verkünden, noch blauer, als ich es mir auch nur jemals vorstellen hätte können – und ich kann mir eine Menge vorstellen!
Widersprochen hat mir diesbezüglich nie jemand…


Moni: Einmal an diesem legendären Ort zu tauchen ist ein ganz besonderes Erlebnis!
Natürlich ist es schön, dieses mit Freunden zu teilen, deswegen haben Heinz und ich geplant, dieses Jahr teilzunehmen. Da ich nicht ganz unvorbereitet starten wollte, war ich 2 Wochen vorher auf Zakynthos zum Training, Eigentlich müsste man wenigstens 2 Monate vorher haben, aber das war zeitlich einfach nicht möglich zu organisieren. Auch Heinz hat hier einen Kaltstart hingelegt… gerade mal einen Trainingstag vor der Competition konnte er mit machen, die übrigen 2 Tage hatte es so schlechte Wetterbedingungen, dass ein weiteres Training unmöglich war.
Während der Competition hatten wir super Bedingungen, nur zweimal mussten wir auf einen anderen, etwas geschützteren Tauchplatz mit etwas weniger Tiefe ( nur -80m !!! ) ausweichen.
Für uns beide auf jeden Fall genug!
Heinz und ich sind in CWT, CNF und FIM gestartet und konnten uns beide über PB´s ( Personal Bests) und weiße Karten freuen!


Heinz: Der erste Wettkampf Tag – ich hatte FIM am Vorabend announced – begann mit einem eher miserablen Warmup, was sich kurzzeitig so anfühlte, als ob das heute gar nix mehr werden würde. Doch ich konnte mich schließlich trotz Aufregung und frieren zu meiner Zieltiefe von immerhin 45m hinunter und auch wieder hinauf ziehen am Seil.
Als ich dann endlich unten war und mein Tag in der Hand hielt, da wusste ich, jetzt krieg ich´s hin!
Aber mehr wäre an dem Tag nicht mehr gegangen…

Moni: Für mich begann der erste Wettkampftag nicht gerade optimal: das Mietauto ist nicht angesprungen, ein schneller Sprint noch zum Transferbus, auch meine 2 Warm-ups waren nicht perfekt, aber ich habe mich trotzdem durchgebissen.
53m, Weiße Karte, PB, was will man mehr?


Heinz: Am nächsten Tag hatte ich mich für CWTB entschieden, der neuen Tiefen-Disziplin. Mit schmerzendem Rücken war ich ja hier her gekommen, und daher hatte ich mich entschieden, mit den rückenschonendsten Disziplinen zu beginnen und das für den Rücken anstrengendste, jedoch für mich schönste, CWT mir für den Schluss aufzuheben. Daher wollte ich heute mit meinen BiFins tauchen. Moni hat kurz vor mir in einem für sie recht ermüdenden CNF Tauchgang wirklich überzeugt (36m tief ohne Flossen) und ich bin mit meinen Flossen 42m tief getaucht. Diesmal lief die Vorbereitung etwas besser, ich war weniger lange vorher im Wasser, um nicht so zu frieren, und mit meinen Flossen fühl ich mich eh überall wohl… dann war es irgendwann einfach nur noch wie ein etwas längerer Weg wieder zurück nach oben… bisschen anstrengend, aber ok! White Card! Yippie!!!


Moni: Nächster Wettkampftag leider wieder ganz früh, mein Wetsuit ging am Tag, wo wir Pause machten, kaputt, habe ihn heute mit dem Gürtel fixiert. Heute stand FIM an -47m, 3.weiße Karte, drittes PB, deswegen habe ich mich entschlossen es dabei zu belassen, glücklich das hier alles so wunderbar gelaufen ist. Sicher könnte ich noch tiefer tauchen, fit genug bin ich, jetzt müsste ich noch am Druckausgleich arbeiten und an der Technik. Vielen Dank an Heinz, wir sind ein gutes Team!

Moni und Heinz in Amorgos 2019

Heinz: Am nächsten Wettkampftag sollte es auch bei mir CNF sein.
Das ist für die meisten zunächst die anspruchsvollste Disziplin und auch diejenige, die ich bei uns daheim im See quasi am seltensten trainiere – (ich mag meine Flossen einfach nicht gern ausziehen) von daher hab ich mal eher „konservative“ 36m announced, so wie Moni ja am Vortag. Runter werde ich schon irgendwie kommen… und dann irgendwie auch wieder hoch! So war der Plan.
Aber dann wurde es echt spannend!
Mein Warmup war heut ein echter K(r)ampf: ich wollte ja auch hier schon fürs Gefühl ein paar kräftige Züge CNF machen.
Aber das Ergebnis war nur, das ich beim ersten Vorbereitungs-Tauchgang ganz schnell gedacht habe: „des wird nix!“
Na toll… Wenn der Weg nach unten schon SO ist, wie komm ich dann erst wieder zurück?

Naja. Aber ich wollte mich ja vorbereiten, also noch einen gemacht, diesmal schön langsam am Seil runtergezogen, tiefenentspannt bis auf ca. 30m, und dann ganz in Ruhe wieder hoch.
Hat sich gut angefühlt, und so war ich wieder halbwegs beruhigt wegen der Tiefe und bin rüber zum anderen Boot mit der Competition Leine.
Mein Countdown kam, ich hatte keine Lust mehr auf Experimente und einen Mund voll Wasser, daher Schnorchel Breath-up, alles wie immer, so wie daheim im See.
5 – 4 – 3 – 2 – 1 – Official Top:
Abtauchen, kräftig ziehen, immer wieder, linke Hand zwischendurch zum Druckausgleich an die Nase, denn ich tauchte ja wie gewohnt mit Maske, ( ein paar einarmige Züge waren auch dabei…) dann vorsichtig spüren, ob ich noch falle…

Ich glaub, ich hab noch nie so viel gleichzeitig machen, berücksichtigen und denken müssen beim Tauchen, so kam es mir vor…

Beim Freefall wollte ich mich endlich wieder entspannen… und hab prompt meinen Mouthfill verloren.
Also gut, dann eben nochmal… ich konnte mir noch einen halben Mundvoll Luft hervor „würgen“ um nochmal ausgleichen zu können von ca. 30m bis zur Grundplatte auf 36m. Hat gereicht, ich konnte mein Tag unten abreißen, und ab jetzt war dann erstmal nur richtig „arbeiten“ angesagt… ( des kann ich ja zum Glück ) Nicht mehr denken, nur Gas geben, die Luft hat sogar erstaunlich gut gereicht. Als es dann bei ca. 20m anfing, leichter zu gehen, habe ich mich umgeschaut: welch eine Freunde, alle meine Safety Diver waren da!!! Dann habe ich das Boot über mir betrachtet, das Wasser war super klar, hab noch ein paar lockere Züge gemacht und mich ab 7m genüsslich hoch treiben lassen…
Auch mein Protokoll war ok, Danke an Moni fürs Coaching!
Trotz der Anstrengung war dies der schönste Tauchgang bis jetzt!

Moni: ohne große Erwartungen wollte ich an dem Wettkampf hier auf Amorgos teilnehmen, einfach tauchen im schönsten BLAU der Erde, und nun, 1.Platz in CNF und 5.Platz in der Gesamtwertung, ich bin baff…

Photo: Michael Kaziales

Heinz: Wunderschön war es hier!
Diesen Traum zu leben und auf Jaques und Enzos Spuren zu wandeln, sich mal zu fühlen wie vor 30Jahren im Film „The Big Blue“ , neue Freunde und alte Bekannte zu treffen, gemeinsam durch alle Hochs und Tiefs einer intensiven und tollen Competition Woche zu gehen, sein Bestes zu geben, und all das verpackt in so einen rundum gelungenen Wettkampf – hätte nicht schöner sein können!!!

Ich war selbst zwar die letzten 2 Wettkampf-Tage erkältet, daher hier nun leider doch kein CWT Tauchgang mehr von mir ( obwohl ich mich sehr drauf gefreut hab) … Aber dennoch reichte es für mich sogar noch für den 10.Platz in der Gesamtwertung – und über unsere 3 Weißen Karten freuen wir uns beide sehr!

Und, das wir hier einfach dabei sein durften, in diesem grandiosen unglaublich schönen „Big Blue“ tauchen konnten!

Moni: Dank gilt den Organisatoren, den Helfern, Safety Divern, und allen Beteiligten, die diesen perfekt organisierten Wettkampf möglich gemacht haben!
Freediving hat gerade in Griechenland einen sehr hohen Stellenwert.
Selbst am Flughafen in Athen wusste man anhand unseres Gepäcks gleich Bescheid, sprach uns an, wünschte uns viel Glück, wildfremde Menschen haben uns am Strand angesprochen, wollten Fotos mit uns machen, und haben uns nach dem Wettkampf gefragt.
Auf der ganzen Insel hing Werbung aus, selbst in Überregionalen Magazinen im Hafen von Piräus wurde der Authentic Big Blue angekündigt, die Menschen hier lieben diesen schönen Sport wirklich , kennen die Veranstaltung und schätzen sie sehr…

Moni und Heinz in Amorgos 2019

Fazit: die Wahrscheinlichkeit, wieder zu kommen, ist sehr groß!
Freitauchen in the Big Blue, so wie es sein sollte…

Photo: Michael Kaziales
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https://www.aida-deutschland.de/2019/10/31/authentic-big-blue-2019-2/feed/ 0
Depth World Championship 2019 https://www.aida-deutschland.de/2019/10/06/depth-world-championship-2019/ https://www.aida-deutschland.de/2019/10/06/depth-world-championship-2019/#respond Sun, 06 Oct 2019 14:13:13 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=7952 Weiterlesen »Depth World Championship 2019]]> Teilnehmer Apnoe WM 2019_01

Im kleinen Ort Villefranche-sur-Mer, der über steile Hänge verteilt in einer geschützten Bucht an der Cote d’Azur liegt, stand die Luft still. Es war heiß. Das Meer lag spiegelglatt vor einer Horde Freitaucher, die dabei waren letzte Trainingseinheiten zu absolvieren. Für das deutsche Team waren bei den Männer Jens Stoetzner, Cornelius Friesendorf, Arndt Steckenborn und Thomas Plum angetreten, bei den Frauen Jennifer Wendland, Grit Bünker-Wohlfahrt und Anna von Boetticher.

Etwas über einhundert Athleten wollten für das „official training“ ins Wasser und stellten die Organisatoren vor eine erste Herausforderung – in der brennenden Sonne kam es leider zu Wartezeiten von über zwei Stunden. Ein Problem für die Athleten, die unter diesen Umständen dehydrierten und ihre Energiereserven verloren.

Die Bedingungen jedoch waren schön. Kaum Strömung oder Wellengang sorgten für Ruhe an der mit 25°C deutlich warmen Oberfläche. Die nach unten kälter werdenden Sprungschichten bereiteten den deutschen Athleten keine Schwierigkeiten. „Kaltes Wasser macht mir nichts aus“ sagt Jennifer Wendland, die sich das Jahr über in Sharm El Sheikh am roten Meer vorbereitet hatte, „Im Gegenteil, in Ägypten ist es mir immer zu warm“.

Nachdem sie dieses Jahr mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, war sie trotz allem zuversichtlich zur WM angereist, denn in der letzten Phase lief ihr Training gut – vor allem in der Disziplin ohne Flossen konnte sie stark zulegen. Doch die lange Wartezeit vor dem Trainingstauchgang machten ihr zu schaffen und schon am selben Abend holte sie erneut ein Fieberschub ein, so daß ihr nichts bleibt, als sich ins Bett zu verziehen und zu schonen. Zufriedener waren die beiden Neuzugänge Arnd Steckenborn und Thomas Plum, die die Gelegenheit nutzten Erfahrung zu sammeln, sich an die besondere Atmosphäre einer Weltmeisterschaft zu gewöhnen und taucherisch durchaus Fortschritte zu machen.

Die WM startete mit der Disziplin konstantes Gewicht ohne Flossen der Frauen, in der Jennifer Wendland mit 60m eine starke Tiefe angekündigt hatte mit der sie ihren eigenen deutschen Rekord von 57m überboten hätte. Leider konnte sie den erneuten Grippeschub nicht ganz überwinden und so kassierte sie für den Tauchgang, der deutlich innerhalb ihrer Fähigkeiten lag, an diesem bewölkten, kälteren Morgen eine rote Karte. Besser erging es Grit Bünker Wohlfahrt, die mit einer guten Leistung 40m tief tauchte. Anna von Boetticher, die den Sommer über ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und sich daher stark einschränken mußte, hatte im letzten Moment beschlossen, diese Disziplin auszulassen.

An Tag zwei waren die Männer an der Reihe, ohne Flossen zu tauchen. Sie hatten Glück und starteten mit perfektem Wetter. Jens Stoetzner hatte die Herausforderung gewählt und mit 75m einen deutschen Rekord angekündigt. Leider zwangen ihn Probleme mit dem Druckausgleich zum vorzeitigen Umdrehen. Besser erging es Cornelius Friesendorf, der die WM 2017 in Honduras ausgelassen hatte aber hier mit einem 54m Tauchgang einen tollen Wiedereinstieg in die Wettkampfszene feiern konnte. Unter den Männern gab es in dieser Disziplin ungewöhnlich viele Schwierigkeiten mit einigen tiefen Blackouts – glücklicherweise ließen sich weder Arnd Steckenborn noch Thomas Plum davon beeindrucken. Die beiden Neulinge im Team tauchten 45 und 40m und konnten sich über solide weisse Karten freuen.

Für den Free Immersion Tag der Damen gab der Wetterdienst bereits im Vorfeld Sturmwarnung. Vorhergesagt war starker Wellengang, Wind, Regen und ein Temperatursturz. Bedingungen, die bei der Wahl der Tauchtiefe eine Rolle spielen müssen. Anna von Boetticher wählte mit 61m eine für sie extrem konservative Tiefe. „Die Wetterbedingungen sahen extrem schlecht aus. Da ich obendrein gesundheitlich nicht ganz angeschlagen bin und außerdem keine 100% Vertrauen in den Set-up und die Organisation des Sicherheitsteams habe, vor allem bei extremen Wetterbedingungen, ist für mich klar daß ich nur sehr weit innerhalb meiner Grenzen tauchen kann. Diese Art von Entscheidung zu treffen ohne ärgerlich zu sein gehört zum Sport dazu. Sicherheit steht an erster Stelle“ sagte sie. Ähnlich entschieden sich Grit Bünker-Wohlfahrt mit 58m und Jennifer Wendland mit 73m. Beide bleiben mit diesen Tiefen in ihren Ansagen deutlich unterhalb ihrer persönlichen Bestleistungen. „Ich muß einfach akzeptieren, daß ich nicht völlig auskuriert bin. Dazu kommt, daß unter den vorhergesagten Wetterbedingungen da draussen wirklich alles passieren kann. Ich bleibe also weit innerhalb meines sicheren Bereiches“ erklärte Jennifer.

Der Tag startete wie erwartet bewölkt, kühl und regnerisch. Trotzdem fühlte Jennifer Wendland sich sehr gut im Wasser. „Mein warm-up war richtig toll“ sagte sie. „Ich habe mich extrem wohl gefühlt. Es war dunkler, aber irgendwie ruhig und schön da draussen. Selbst als es anfing zu regnen, hat es mich nicht gestört. Ich war gerade fertig mit aufwärmen und bereit zu tauchen, als der Abbruch kam. Leider!“ Neben starkem Regen war extreme Strömung aufgekommen, die die Organisatoren zwangen, den Wettkampf abzubrechen und auf den letzten Tag zu verschieben.

Besser lief es für die Männer – unter schönsten Bedingungen konnten Arnd Steckenborn mit 55m und Cornelius Friesendorf mit 64m weiße Karten holen. Jens Stoetzner kämpfte immer noch mit blockierten Ohren und mußte erneut vor der erreichten Tiefe umkehren. „Das eine Ohr wollte sich einfach nicht ausgleichen lassen“ sagte er. „Schade, denn ich habe mich wirklich gut gefühlt!“

Für die Damen ging es am nächsten Tag ebenfalls bei perfekten Bedingungen ins Wasser, diesmal mit Flossen/Monoflosse. Jennifer Wendland hatte sich 83m vorgenommen, ein Tauchgang der ihren eigenen deutschen Rekord von 82m um einen Meter überboten hätte. Leider hing ihr die Grippe immer noch nach und vermasselte ihr den Druckausgleich, so daß sie gewzungen war., vorher umzudrehen. Anna von Boetticher blieb ihrem eigenschränkten Trainingszustand entsprechend bei konservativen 71m und auch Grit Bünker-Wohlfahrt setzte auf mit 58m auf eine sichere Tiefe. Beide konnten sich an einem schönen, sonnigen Tag über weiße Karten freuen.

Im Anschluß an den Wettkampf der Damen kam es beim täglichen Athleten-Briefing zu einer nie da gewesenen Situation: Pierre Frolla, der Chef der Sicherheitstaucher, drohte damit, sein Team abzuziehen falls die Japanerin Hanako Hirose ihre Goldmedaille für ihren Tauchgang in 101m behalten sollte, den sie knapp geschafft hatte. Es kam zu einer heftigen Diskussion um Regeln und Sicherheit, die  anschließend ebenso heftig auf den Social Media Plattformen weiter geführt wurde. Eine Situation, die die Stimmung unter den Athleten beeinträchtigte und nicht zu einem Gefühl von Vertrauen in die Organisation beitrug. Unter diesen Umständen gingen die Männer am nächsten Tag mit der Flosse an den Start. Arnd Steckenborn, der aus Zeitgründen schon am Tag zuvor an der Reihe war, tauchte mit 60m seine dritte weiße Karte und beendete seine erste WM mit einer wirklich starken Vorstellung. Cornelius Friesendorf wurde dieses mal von den typischen Druckausgleichproblemen der Apnoetaucher heimgesucht und mußte deutlich vor seinen angekündigten 73m umdrehen, während Jens Stoetzner diesmal mit 88m seine Tiefe erreichte. Leider ging der Tauchgang trotz allem nicht auf und er wurde mit einem kleinen Blackout disqualifiziert.

Am letzten Tag wurde der vom schlechten Wetter unterbrochene Free Immersion Wettkampf der Damen weitergeführt. Bei idealen Bedingungen konnten sich Jennifer Wendland, Anna von Boetticher und Grit Bünker-Wohlfahrt mit guter Stimmung gegenseitig unterstützen. Anna und Jennifer absolvierten ihre Tauchgänge ohne Schwierigkeiten, während Gritti eine Entzündung des äußeren Gehörgangs am Druckausgleich hinderte. „Macht nix“ sagte sie, „ich kämpfe schon damit, seit ich noch während der Trainingszeit hier ins Hafenbecken gefallen bin – ich bin froh, daß es bei den anderen Tauchgängen so gut geklappt hat!“ Jennifer Wendland, die trotz der Schwierigkeiten eine Trainingssaison mit starken neuen persönlichen Bestleistungen hatte, tauchte heute besonders entspannt. „Es hat einfach Spaß gemacht“ sagte sie. „Diesmal habe ich alle drei Farben mitgenommen! Nächste Saison geht es weiter. Ich freue mich darauf!“

Für viele der erfahrenen Athleten war es eine schwierige WM – das deutsche Team konnte seine gute Stimmung behalten und mit Thomas Plum und Arnd Steckenborn zwei Taucher begrüßten, die auch in Zukunft hoffentlich wieder dabei sein werden.

Vielen lieben Dank Anna für den netten Bericht!

German National Team Depth World Championship 2019

Hier der Link zu den offiziellen Ergebnissen:

https://events.aidainternational.org/EventRanking-2272

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https://www.aida-deutschland.de/2019/10/06/depth-world-championship-2019/feed/ 0
Finale Ergebnisse der WM in Nizza 2019 https://www.aida-deutschland.de/2019/09/15/final-results-wm-2019-nice/ https://www.aida-deutschland.de/2019/09/15/final-results-wm-2019-nice/#respond Sun, 15 Sep 2019 15:45:10 +0000 https://www.aida-deutschland.de/?p=7946 WM Nizza 2019
von links nach rechts: Jenny, Anna, Tom, Conny, Arnd und Jens
WM 2019

Eine aufregende Woche in Villfranche ist zu Ende. Wir gratulieren allen deutschen Teilnehmern zu ihren erfolgreichen Tauchgängen. Das Nationalteam sammelte in 19 Tauchgängen 12 weisse Karten.

Hier der Link zu den offiziellen Ergebnissen:

https://events.aidainternational.org/EventRanking-2272

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