Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen

Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen sollte erst nach der nächsten Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden. Auch diejenigen, die ihrer Meinung nach nicht erkrankt waren und auch nicht entsprechend getestet wurden, sollten dies berücksichtigen.

Die jeweiligen Regelungen der Bundesländer sind natürliche ausschlaggebend und verbindlich.

Probleme sind in der derzeitig unklaren Situation, ob zum Beispiel genesene COVID-19 Patienten sich wieder anstecken können oder symptomlose und unwissend Erkrankte, die ansteckend sind.

Es gibt derzeit noch kein Massen Medikament, mit der COVID-19 geheilt werden kann. Es können lediglich die Symptome gelindert werden. Es gibt einige Ansätze zur Heilung.

In der COVID-19 Ausnahmesituation, gibt es eine unvorhersehbare Dynamik und man kann keine statischen Richtlinien und Empfehlungen erlassen, sie müssen ständig angepasst werden. Flexibilität und die Fähigkeit, bei neuen vorliegenden Informationen, schnell die richtigen Assoziationen zu bilden sind in solchen Situationen zielführend.

Auch wenn so mancher den Apnoe-Tauchsport für sich als Lebensinhalt definiert, ist er nicht lebensnotwendig.

Wir können nur an euer Verantwortungsbewusstsein appellieren und das ihr aufgrund der derzeitigen Situation entsprechend handelt.

Auch wenn das Ausüben von Sport in diesen Regelungen für uns möglich ist, sollte man jedoch unten aufgeführte Punkte bedenken, denn ein Unfall lässt sich durch willkürlich festgelegte Tiefen- oder Zeitenbegrenzungen nicht ausschließen.

  • Bei einem Blackout kommt es unweigerlich zu Körperkontakt und bedingt durch die Rettungsmaßnahmen besteht auch die Möglichkeit einer Infektion
  • Beim Auftauchen und der folgenden Erholungsatmung besteht ebenfalls die Möglichkeit der Infektion
  • Sollte ein Unfall passieren, bei dem Rettungskräfte involviert werden müssen, produziert man eine zusätzliche Belastung für das medizinische Personal. Im schlimmsten Fall auch für DLRG, Feuerwehr und Polizei.
  • Das hierbei geringste Problem wäre in diesem Fall die Außendarstellung unseres Sportes als verantwortungslose oder gedankenlose Extremsportler. Was mittelfristig auch Folgen für unseren Sport haben könnte.

Für diejenigen, die COVID-19 betroffen sind, hatten wir schon einmal einen Artikel hinsichtlich einer möglichen Lungenbeeinträchtigung in Facebook gepostet. Dieser Artikel und ein Folgeartikel sind als Information beigefügt.

Es besteht in Folge von COVID-19 auch die Möglichkeit von Lungenembolien und einer Lungenfibrose. Auch diese Diagnosen werden die Tauchtauglichkeit beeinträchtigen oder möglicherweise gänzlich ausschließen.

Aus eigenem Interesse, sollten zukünftige Tauchtauglichkeitsuntersuchungen von entsprechend ausgebildeten Tauchmedizinern vorgenommen werden.
Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf die Werte des Lungenfunktionstest und die Blutgasanalyse unter Belastung gelegt werden.
Ein Thorax CT, obwohl in der Standarduntersuchung nicht vorgesehen, sollte obligatorisch sein. Wobei dies nicht jährlich erfolgen muss, sondern zunächst für die Abklärung einer Schädigung bei den bestätigten COVID-19 Betroffenen.
Da auch die Möglichkeit besteht eine Infektion ohne Symptome zu überstehen und Tests derzeit nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden, sollte man sich im Zweifel auch um eine entsprechende Untersuchung bemühen.

Die Strahlenbelastung bei einer CT ist erheblich höher als bei einer Röntgenuntersuchung.
Bei einer Thorax CT beträgt die Belastung etwa 4,2 bis 6,7 mSv. Die durchschnittliche jährliche Strahlungsaufnahme in Deutschland liegt bei 2,1 mSv/a, diese ist jedoch abhängig vom Wohnort und den Ernährungsgewohnheiten, sie schwankt zwischen 1 mSv bis 10 mSv. Nähere Informationen beim BfS.
Die Strahlungsbelastung durch röntgen des Thorax liegt bei 0,3 mSv. Mehr Informationen Radiologische Klinik Bonn.

Covid-19-Forschung                                                          Quelle: TGR

Dauerhaft geschädigt

Die Innsbrucker Universitätsklinik hat Lungenschäden bei genesenen Covid-Erkrankten festgestellt. Die Schäden sind offenbar bleibend.

Quelle © pixabay

Röntgenaufnahme einer Lunge

Apnoetauchen im Bezug auf COVID-19 Auswirkungen

Dass Covid-19 als schwere Erkrankung ernst zu nehmen ist, ist mittlerweile unbestritten. Wie sich die Spätfolgen allerdings auswirken, wird sich erst Schritt für Schritt zeigen. Besondere Gefahr droht auch genesenen Patienten im Tauchsport. Die massiven Veränderungen an der Lunge können die Unfallgefahr deutlich erhöhen, sagte der Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck, Frank Hartig.

„“Das ist schockierend, wir verstehen nicht, was hier gerade passiert.“
Frank Hartig, Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck

Er leitet die Notfallaufnahme im Klinikum und ist verantwortlicher Krisenkoordinator für Covid-19-Patienten. In der Klinik haben die Ärzte in den vergangenen Wochen dutzende Coronavirus-Erkrankte behandelt, vom symptomlosen Spreader bis hin zum Intensivpatienten an der Herz-Lungenmaschine. Unter ihnen waren auch sechs aktive Taucher, die aber alle nicht stationär behandelt werden mussten, sondern sich in Heimquarantäne auskurierten. Sie alle waren keine schweren Fälle, ihre Erkrankungen liegen fünf bis sechs Wochen zurück und sie gelten als genesen. Tauchen können sie aber alle nicht mehr. „Die Schäden an der Lunge sind irreversibel“, sagte Hartig im Gespräch mit der APA. Und das, obwohl sie bei der Kontrolle nach mehreren Wochen als klinisch gesund galten und lediglich einzelne Symptome wie Reizhusten oder reduzierte Leistungsfähigkeit aufwiesen.

„Das ist schockierend, wir verstehen nicht, was hier gerade passiert. Sie sind wahrscheinlich lebenslang Patienten, da geht es nicht darum, ob sie wieder tauchen oder nicht“, sagte der Mediziner. Die Hiobsbotschaft wurde durch Lungen-CTs deutlich. „In der Bildgebung wurden sie überhaupt nicht besser“, berichtete Hartig. „Als Notfallmediziner mit 20 Jahren Erfahrung schluckt man, wenn man bei einem 40-jährigen Patienten so etwas sieht.“

Bei der Kontrolle nach mehreren Wochen wiesen zwei Patienten bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts auf. Bei zweien waren bei Belastung die Bronchien immer noch sehr erregbar wie bei Asthmatikern. Bei vier von den sechs Tauchern zeigten sich im Kontroll-CT immer noch eindrucksvolle Lungenveränderungen. „Ich habe sogar im Röntgen angerufen, ob sie nicht die Bilder vertauscht haben, weil ein gesunder Patient vor uns saß“, berichtete Hartig. „Als sie ihre eigenen Bilder gesehen haben, war das schockierend für sie“, sagte der Mediziner. „Sie müssen mit solchen Lungenschäden regelmäßig zur Kontrolle.“

Inwieweit Langzeiteffekte an den Lungen bleiben, ist laut dem Arzt unklar und derzeit spekulativ. „Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben“, betonte der Mediziner. Beim Anblick der Befunde falle es aber schwer, „an eine völlige Ausheilung zu glauben“. Er veröffentlichte daher im Tauchsport-Fachmagazin „Wetnote“ einen Zwischenbericht, um aktive Taucher zu warnen. „Sie sollen sich nach einer überstandenen Covid-Infektion, auch wenn sie nur leichte Symptome hatten, auf jeden Fall gründlich von einem Taucharzt untersuchen lassen, auch wenn sie noch eine aufrechte Tauchtauglichkeitsuntersuchung haben“, sagte Hartig.

Keinesfalls sollen ehemalige Patienten im Sommer ohne Abklärung ihren Sport ausüben. Bereits jetzt gibt es unter Ärzten eine Debatte über künstliche Beatmung. Immer mehr Mediziner beobachten, dass sich der Zustand von Covid-19-Patienten rasch verschlechtert, sobald ihnen Schläuche in die Luftröhre geschoben und sie an ein Beratungsgerät angeschlossen wurden. Krankenhäuser in den USA versuchen deshalb seit einigen Wochen, die Beatmung so lange wie möglich hinauszuzögern. Die ersten Warnungen kamen aus Italien, wo der größte Teil der beatmeten Patienten starb.

„Gibt man ihnen zwei Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation.“
Frank Hartig, Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck

Auch in der Innsbrucker Klinik gebe es solche Beobachtungen. Patienten kommen mit niedriger Sauerstoffsättigung in die Ambulanz, bis auf erhöhte Atemfrequenz geht es ihnen den Umständen entsprechend gut, obwohl sie bei derart schlechten Blutgasen laut Lehrbuch unverzüglich intubiert werden sollten, berichtete Hartig. „Gibt man ihnen dann zwei Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen“, berichtete der Mediziner. Viele Ärzte hätten das Gefühl, dass Sauerstoff irgendwelche Kaskaden auslöst.
„Es ist beunruhigend, was wir auf der Intensivstation erleben und macht und deutlich, wie wenig wir wissen“, sagte Hartig. „Da sprechen wir mit Leuten und haben das Gefühl, sie sind über dem Berg, und zwei Stunden später sind diese sterbend“, schilderte der Notfallmediziner. Bei Schwerkranken zeige sich eben teilweise, dass Sauerstoff auch kontraproduktiv sein könne. Taucher haben beim Tauchen einen erhöhten Sauerstoff, beispielsweise wenn sie mit Nitrox, einem Gemisch aus Stickstoff mit Sauerstoff, den Sport ausüben. Das könnte zur Gefahr werden, wenn „das Lungengewebe noch empfindlich ist“, warnte Hartig. „Für diesen Sommer sind wir auf Expertenmeinungen angewiesen“, betonte er, Studien werde es erst nächstes Jahr geben.

(APA/hp)

Tauchen nach Covid-19-Erkrankung?

15. April 2020 Redaktion                                                      Quelle: Wetnotes

Zielorgan Lunge – Tauchen nach Covid-19-Erkrankung?

Dr. Frank Hartig leitet die Notfallaufnahme in Innsbruck (Tirol) und ist dort in einem Hotspot der Corona-Pandemie im Einsatz. Dabei steht sein Team vor vielen Rätseln, insbesondere was die massiven Veränderungen an der Lunge betrifft. Die ersten sechs gesundeten Taucher haben eine vorläufige Hiobsbotschaft erhalten, als es um ihre routinemäßige Tauchtauglichkeit ging.

Um euch aktuell zu informieren, gibt es den Artikel aus der Juni-Ausgabe 36 bereits jetzt als kostenlosen Download:Tauchen nach Covid-19 Erkrankung_WETNOTES-36

Und hier zum direkt lesen:

Liebe WETNOTES-Leser,

mittlerweile gehört die Corona-Pandemie zum Alltag und die Bestrebungen zu einer möglichst raschen Normalisierung auf allen Ebenen werden immer ungeduldiger geführt. Für uns Taucher möchte ich aber brandaktuell ein paar wichtige Beobachtungen aus der Realität und der Forschungspipeline abzweigen. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich zurzeit nicht als Taucherarzt, sondern als Intensiv- und Notfallmediziner seit vielen Wochen mitten an der Front verantwortlich. Ich möchte nicht auf den Zug der sogenannten Experten aufspringen. Ich schreibe euch nur so viel, dass es den sogenannten Corona-Experten überhaupt nicht gibt, weil wir alle täglich Neues dazulernen und viele Bücher neu geschrieben werden müssen. Auch die Virologen oder Epidemiologen können uns aktuell nur wenig helfen, auch wenn sie täglich in Interviews und Beiträgen zitiert werden. Momentan sind wir alle erst im Nachhinein schlauer. Die unzähligen Berichterstattungen spiegeln die gesamte Bandbreite von seriöser Berichterstattung bis hin zu Verschwörungstheorien wider.

Beunruhigende Fakten
Als COVID-19 behandelnder Arzt jedoch, der definitiv kein Experte ist, möchte ich euch auf ein paar spannende, aber auch beunruhigende Fakten aufmerksam machen, die uns Taucher betreffen werden.

In den letzten Wochen hatten wir COVID-19-Patienten aller Altersstufen vom symptomlosen Spreader bis hin zum Intensivpatienten an der Herz-Lungenmaschine. Die Lunge ist eines von mehreren Zielorganen, und das interessiert uns Taucher klarerweise.
Unter den Erkrankten waren auch sechs aktive Taucher. Nachdem wir in den ersten Tagen Wartezeiten von bis zu 32 Stunden auf die Testergebnisse hatten (sog. PCR-Test) wurde von den Radiologen beobachtet, dass ein CT der Lungen dermaßen typische Veränderungen ergab. So ging man rasch dazu über, zusätzlich zur PCR-Testung großzügig dieses Thorax-CT zu machen. Selbst bei Patienten ohne Husten oder Atemnot mit nur Fieber und verdächtigen COVID-Kontakten wurde das CT erfolgreich gemacht. Im Falle typischer Veränderungen wurde dann der Patient mit Corona-Pneumonie auf die Verdachtsstation aufgenommen, bis zum Testergebnis. Mittlerweile ist dieses Wissen auch publiziert und die Diagnostik bedarf also nicht immer einer positiven PCR-Testung im Abstrich, sondern mittlerweile genügt oft auch das typische CT-Bild.

Interessant war und ist, dass es eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen den Befunden und dem Empfinden der Patienten gibt. Junge Leute im besten Taucheralter kommen zu Fuß in die Notfallaufnahme, haben normale Vitalparameter und benötigen subjektiv keinen Sauerstoff. Und dann haben sie diese eindrucksvollen beidseitigen Infiltrate in ihren Lungen, die ausschauen, als ob man ein, zwei Tücher in einen Eimer Öl hängt und wieder rauszieht und aufhängt. Andere Patienten haben das gleiche Bild und kommen mit einer erniedrigten Sauerstoffsättigung in die Ambulanz. Bis auf eine erhöhte Atemfrequenz, die die Patienten kaum selber bemerken, geht es ihnen den Umständen entsprechend gut, obwohl sie derart schlechte Blutgase haben, dass man laut Lehrbuch unverzüglich an eine Intubation denken sollte. Gibt man jenen dann 2 Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen. Das Gefühl, als ob der Sauerstoff irgendeine Kaskade auslöst, haben ganz viele Kollegen. Niemand von uns weiß genau, was hier vor sich geht. Es mutet oftmals unheimlich an. Vergessen wir aber nicht die circa 80% der Patienten, die das alles wegstecken, als ob es nix wäre.
Mit ein Auslöser für diesen Zwischenbericht ist ein Beitrag eines der weltweit anerkanntesten Taucher/Tauchmedizinexperten und Grandsenieurs der Szene, der fordert, man könne Corona heilen, wenn man die Menschen mit einer HBO/Druckkammertherapie behandelt. Das beweist, wie weit weg jene Kollegen von der Front tausende Meilen vom Patienten entfernt an ihren Schreibtischen grübeln und nur das Beste für uns wollen.
Spannend sind nun die ersten Kontrollen dieser sechs Taucher, die nach 5 bis 6 Wochen klinisch gesund zur Kontrolle kamen. Bei zweien sahen wir bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts. Bei zweien bei Belastung immer noch sehr erregbare Bronchien wie beim Asthmatiker. Bei vier von den sechs Tauchern im Kontroll-CT immer noch eindrucksvolle Lungenveränderungen.

Wie es weitergeht, ist völlig unklar, aber für den WETNOTES-Leser wird jetzt klar, auf was ich hinauswill:
Keiner von den sechs Tauchern kann vorerst trotz Wohlbefinden fürs Tauchen freigegeben werden.
Junge tauchende COVID-Gesundete, die wieder rasch tauchen wollen und im ersten Moment gesund wirken, könnten uns durch die Lappen gehen.
Auffallende Lungenshunts durch die Lungenkonsolidierungen sind nicht gut fürs Tauchen.
Bronchiale Übererregbarkeit/Asthma sind nicht gut fürs Tauchen.
Hypoxämie bei Belastung ist nicht gut fürs Tauchen.
Eine erhöhte Anfälligkeit für pulmonale Sauerstofftoxizität ist nicht gut fürs Tauchen.
Und Infiltrate/Konsolidierungen (Lungenareale, die nicht richtig belüftet sind) sind sowieso strenge Kontraindikationen fürs Tauchen jeglicher Art.
Diese Effekte gelten selbstverständlich auch fürs Freitauchen und fürs Sporttauchen.

Folgeschäden?
Inwieweit Langzeiteffekte an den Lungen bleiben, ist unklar und derzeit spekulativ. Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben. Oft fällt es beim Anblick der Befunde schwer, an eine völlige Ausheilung zu glauben. Fest steht, dass jene Taucher, die sich im Großen und Ganzen wieder gesund fühlen, offensichtlich auch nach vielen Wochen immer noch gravierende Befunde aufweisen, die in keiner Weise zu einer Tauchtauglichkeit führen.
Auch innerhalb der Taucherärzte werden in den nächsten Monaten diese Untersuchungen kontrovers diskutiert werden müssen, nämlich ob man Taucher nach einer COVID-Infektion anders oder ausführlicher untersuchen sollte. Aktuell ist ja bei dieser geringen Fallzahl alles noch hypothetisch und weitere Studien werden nächstes Jahr mehr Klarheit bringen. Aber wir sind sehr wachsam.

Nicht leichtsinnig sein

Meine persönliche Einschätzung ist, dass sich gerade der aktive Taucher nach einer überstandenen COVID-Infektion aus tauchmedizinischer Sicht sehr gründlich von einem erfahrenen Taucherarzt untersuchen lassen sollte. Und noch besser: Ein Tauchprofi sollte alles tun, um nicht leichtsinnig an COVID-19 zu erkranken, daher sind Gruppentauchgänge/Tauchausflüge mit dem Vermerk »alles, nur kein Out-of-Gas-Manöver trainieren« in keiner Weise zu empfehlen und nicht wirklich professionell.
Wir haben bei uns in Tirol leider auch sehr viele junge Patienten auf der Intensivstation. Hier geht es bei weitem nicht ums Tauchen, sondern primär um bloßes Überleben.
Unsere Beobachtungen nehmen gerade Einklang in die Publikationen, und wir werden sicherlich auch von anderen Forschergruppen diesbezüglich nächstes Jahr mehr erfahren. Der WETNOTES-Leser bleibt hier am Ball.

Vielleicht hilft uns die Vorstellung, dass der so harte Tauchentzug oder gar der finanzielle Ruin durch diese Maßnahmen uns letztendlich hoffentlich vor einer noch größeren Katastrophe bewahren können.

Gut Luft, wo immer ihr seid,
Frank Hartig

Dr. Frank Hartig ist leitender Oberarzt im Innsbrucker Uniklinikum (Schockraum, Notfallaufnahme) und verantwortlicher Krisenkoordinator/Katastrophenbeauftragter für SARS-Covid-19-Patienten.

Lungen-CT eines 40-jährigen Patienten, 6 Wochen nach Covid-19-Infektion, subjektiv fühlt er sich wohl, bei Anstrengung (5 Kniebeugen) Sauerstoffsättigungsabfall als Zeichen eines Lungenshunts. Beidseits massive Konsolidierungen und Infiltrate.

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